Dienstag, 29. Dezember 2009

Schwarzbräu

Hinter dem Namen „Schwarzbräu“ verbirgt sich weder ein illegales Sudhaus noch ein geheimer Gärkeller, sondern eine Brauerei im westlichen Landkreis Augsburgs. Sie liegt keine zwanzig Kilometer von Deuringen entfernt im schwäbischen Zusmarshausen. Dort wird das Malz noch in einer eigenen Mälzerei mit Gerste und Weizen aus der Region hergestellt. Das Wasser, dessen Qualität im Naturpark Westliche Wälder hervorragend ist, wird aus tiefen Brunnen geschöpft. Der Hopfen kommt aus der Hollerdau, Tettnang, Spalt oder Žatec.
Die Brauerei wurde erstmals 1648 erwähnt. Damals hieß sie noch „Zum grünen Baum“ und wurde vom Glaser und Brauer Hans Mayer betrieben. Nach der Schlacht am Roten Berg kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges stürmten schwedische Söldner das Gasthaus und plünderten die gesamten Biervorräte. Über zweihundert Jahre später übernahm die Familie Schwarz, von der die Brauerei ihren heutigen Namen erhielt, das Geschäft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schwarzbräu zur Militärbrauerei erklärt. Amerikanische Besatzer quartierten sich ein. Heimlich wurde nebenher dunkles Bockbier gebraut und im tiefen Lagerkeller eingemauert. Schwarzbräu belegte 1954 als erste deutsche Brauerei den ersten Platz bei der Weltausstellung in Brüssel.
Gegenwärtig leiten Leopold und Konrad Schwarz den Familienbetrieb mit 65 Mitarbeitern. 2009 wurde Schwarzbräu als erfolgreichste Marke der internationalen Leistungsschau der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft mit zwölf Mal Gold und fünf Mal Silber ausgezeichnet.

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