Samstag, 19. Dezember 2009

Herbstmeisterschaft

In unseren Breitengraden erstreckt sich eine Fußballsaison in der höchsten Spielklasse vom Sommer des einen Jahres bis zum Sommer des darauf folgenden. Es hat sich im Laufe der Zeit so eingebürgert, dass die Hinrunde, also die erste Hälfte des Wettbewerbs, vor dem Beginn der Winterpause ausgetragen wird. Der Verein, der zu diesem Zeitpunkt die Tabelle anführt, gilt als Herbstmeister. Gerne würden die Fußballclubs während der kalten Monate weiterhin jedes Wochenende ihre Spiele austragen, denn das könnte Geld in die Kassen spülen und die dicht gedrängten Terminkalender etwas entzerren. Doch Väterchen Frost, dessen magisches Zepter von der weit entfernten Taiga bis hin auf unsere Fußballplätze reicht und alles gefrieren lässt, was er damit berührt, bereitet dem Spiel ein jähes Ende. Jeder Verein, mag er noch so wohlhabend sein und in Millionen schwimmen, muss sich dieser Macht beugen. Es ist vielleicht ein kleiner Trost, sich mit einem inoffiziellen, nutz- und wertlosen Titel zu schmücken, der zudem noch ziemlich verlogen ist. Der wirkliche Herbstmeister ist Väterchen Frost.

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