Freitag, 18. Dezember 2009

Im Glaspalast

Die 1837 gegründete mechanische Spinnerei und Weberei Augsburg (SWA) vergab 1909 an den Architekten Philipp Jakob Manz den Auftrag zum Bau eines weiteren Fabrikgebäudes. Zu dieser Zeit hatte Manz bereits den Ruf eines „Blitzarchitekten“ erworben, seine Stahlskelettbauten ließen sich schnell und kostengünstig errichten. Mit dem Bau des Glaspalastes ging er seinerzeit an die Grenze des technisch Machbaren. Der auf einer Grundfläche von 115 x 45 Metern errichtete Spinnereihochbau wurde großflächig verglast, was zur optimalen Tageslichtausnutzung in den Sälen beitrug aber auch als gestalterisches Mittel diente. Am 1. Januar 1910 wurde in dem damals als „Werk IV“ bezeichneten Gebäude mit 1.200 Arbeitern die Produktion aufgenommen. Etwa sechzig Jahre später begann der Niedergang der traditionsreichen Textilstadt Augsburg, der bewirkte, dass bis zur Jahrtausendwende nahezu alle Fabriken stillgelegt waren. So stand der Glaspalast, einst einer der fortschrittlichsten und größten Industriebauten seiner Zeit, über zehn Jahre lang leer. Im Jahr 2000 erwarb Professor Ignaz Walter die Immobilie und ließ sie auf eigene Kosten für kulturelle und gewerbliche Zwecke renovieren. Heute befinden sich in dem Gebäude unter anderem vier Kunstmuseen.
Im H2-Zentrum für Gegenwartskunst werden Exponate aus dem eigenen Bestand sowie spektakuläre, eigens für die Räumlichkeiten konzipierte Sonderausstellungen gezeigt. Zur Zeit sind dort „Silent Spaces – Räume der Stille“ zu sehen.
Die Staatsgalerie Moderne Kunst ist eine Zweigstelle der Pinakothek der Moderne in München. Sie wurde am 23. Mai 2006 eröffnet. Im Mittelpunkt der auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern eingerichteten Räumlichkeiten steht die Kunst seit 1945.
Die Galerie Noah fördert junge, zukunftsorientierte Künstler und bietet deren Werke zum Kauf an. Noch bis zum 24. Januar 2010 werden dort Gemälde, Skulpturen und Grafiken von Jonathan Meese gezeigt.
Das im Jahr 2002 eröffnete Kunstmuseum Walter präsentiert eine der größten privaten Kunstsammlungen Deutschlands. Auf zwei Stockwerken verteilt sind über 1.600 Werke zeitgenössischer und moderner Kunst zu sehen. In diesem Museum darf - im Gegensatz zu den drei oben genannten Ausstellungsräumen - leider nicht fotografiert werden.

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1 Kommentar:

merci hat gesagt…

Wirklich sehr schön! Ich las gerade von 1200 Mitarbeitern, das wäre heute ja undenkbar. Aber ein schöner Traum und Arbeit für viele Menschen, die glücklich und zufrieden leben könnten.