Sonntag, 22. November 2009

Goldener Herbst

Im Oktober, der eigentlich „der Goldene“ hätte sein sollen, hatte uns Petrus ganz schön im Stich gelassen. Als jeder auf die letzten sonnigen Herbsttage eingestellt war, präsentierte er eisige Minustemperaturen, nasskaltes Schmuddelwetter und sogar die ersten Schneefälle. Doch jetzt, im November, hat sich der Wettergott wieder mit uns versöhnt. Durch den Föhn am Alpenrand steigen zur Zeit die Tagestemperaturen auf Werte um 13°C, nachts bleibt die Quecksilbersäule des Thermometers knapp über der 0°-Marke stehen.
Wohin ich auch gehe - ein langer Schatten begleitet mich auf Schritt und Tritt.
Es ist eine wunderbare Zeit, die wie geschaffen ist für ausgedehnte Wanderungen durch unsere herrliche Gegend. Wer sich die Sonne ins Gesicht scheinen lässt und mit offenen Augen über die Wiesen und Felder streift, der wird so manche Beobachtung machen und beindruckende Ausblicke erleben. Die unfassbare Größe der Welt, die angenehme Stille im leicht säuselnden, lauen Wind, die perfekte Ästhetik, die sich in den Landschaften zeigt, dieses Einzigartige und Unnachahmliche - es lässt sich kaum beschreiben. Die bewachsenen Hügel sehen aus wie ein riesiges, geniales Gemälde mit all seinen Formen und Farben. Die unbändige Kraft der Natur, die sich trotz aller Schändungen nicht unterkriegen lässt, gibt Stärke und Mut. Alle Ärgernisse, Probleme und Lasten des Alltags rücken ganz weit in den Hintergrund und werden nichtig und klein. Das ist Freiheit und Glück. Das ist Nervenruh.
Im Garten denkt wohl so manches Gewächs, der Frühling sei schon da. Lustige Gänseblümchen und verschiedene andere Blumen öffnen ihre Blüten. Gemüse und Kräuter wachsen. Aber es ist ruhig geworden. Die vielen zwitschernden Singvögel haben uns verlassen, das fidele Gartenorchester ist längst abgezogen. Ab und zu klopft der Specht an einen Baum. Eine Krähe krächzt heiser, als hätte sie Halsschmerzen. Doch keine Hummel brummt, keine Biene summt. Nichtmal eine einzige kleine Mücke will an mein Blut. Dafür plündern Mäuse das für frostige Zeiten bereits bereitgestellte Vogelfutter.

Kommentare:

merci hat gesagt…

Ein Glück, wir hatten jetzt wirklich ein paar schöne Tage und aus dem goldenen Oktober wurde ein goldener November. Es ist schon wahr, Gänseblümchen habe ich auch auf unserer Wiese gesehen.

Katharina hat gesagt…

Ist das ein Kaninchen auf dem Foto??

Katharina Böhme hat gesagt…

Och nee, das soll ne Maus sein?? Eigentlich kann ich Kaninchen und Mäuse sonst ganz gut unterscheiden.. Sieht aber ziemlich frisch aus für eine tote Maus - was hast du denn mit der gemacht? Oder ist das ein Geschenk von deiner Katze gewesen?