Dienstag, 17. November 2009

In der Fuggerei

Die Fuggerei, eines der meistbesuchten Touristenziele in Augsburg, ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. Die von Jakob Fugger dem Reichen gestiftete Anlage wurde zwischen 1516 und 1523 erbaut. Damals entstanden 52 Wohnungen. Im Dreißigjährigen Krieg sowie im Zweiten Weltkrieg wurde die Fuggerei fast vollständig zerstört, danach aber immer wieder aufgebaut. Im Laufe der Zeit wurde die Reihenhaussiedlung sogar noch erweitert. Heute gibt es dort 140 Wohnungen in 67 Häusern. Die Bewohner sind bedürftige Augsburger Katholiken. Sie sprechen täglich ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Famile Fugger. Die Jahreskaltmiete beträgt 88 Cent, was dem Gegenwert eines Rheinischen Guldens entspricht. Der Maurer Franz Mozart, bekanntester Bewohner der Fuggerei, lebte dort von 1681 bis 1693. Sein Urenkel, Wolfgang Amadeus Mozart, wurde der größte Tonschöpfer schwäbischer Abstammung.
Fast 500 Jahre konnte die Fuggerei ohne Weiteres besucht werden. Sie ist eine stille Oase inmitten einer lärmenden und hektischen Stadt; ein guter Platz, um die Seele baumeln zu lassen, auch wenn es manchmal nur wenige Minuten sind. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch Einiges geändert. Mittlerweile muss nämlich Eintritt bezahlt werden. Ein kleines Weilchen Ruhe ist somit ziemlich teuer geworden. Fast wird der Eindruck erweckt, wir befänden uns in der ärmlichsten Zeit seit dem Stiftungstag der Sozialsiedlung am 23. August 1521. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, denn im Preis inbegriffen sind eine Besichtigung des Fuggereimuseums mit der letzten im Originalzustand erhaltenen Wohnung, ein Rundgang in einer Schauwohnung der Gegenwart sowie der Eintritt zum Museum im Weltkriegsbunker.
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Kommentare:

KennyT hat gesagt…

I love this photo!

Krautl hat gesagt…

Hallo Nervenruh,

da war ich letztes Jahr und hab mir alles angeschaut. Ist schon wirklich sehr interessant, alles sehr aufgeräumt und "ordentlich", wie ich finde...
Tja, und da meine Mutter ein Fan der Fugger ist und schon zig Bücher darüber gelesen hat, bin ich ungewollt auch mit deren Familiengeschichte ein bisschen vertraut...
Ist schon sagenhaft, welchen Reichtum Andreas Fugger als Kaufmann begründete...
Tja, ich finde die Geschichte von solch großen Familien sehr interessant und Du hast wieder mal ein faszinierendes Thema aufgegriffen :-) :-)

Liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende :-)