Samstag, 28. November 2009

Bertolt Brecht

Am 10. Februar 1898 wurde der weltbekannte Schriftsteller Auf dem Rain 7 in der Augsburger Altstadt geboren. Erst 1985 wurde dort eine Gedenkstätte zu Ehren des Dichters eingerichtet. Bert Brecht war lange Zeit in seiner Heimatstadt genauso unbeliebt wie im ganzen Land. Es war, als müßte man sich des seinerzeit schwer einzuordnenten Künstlers schämen. Kurz nach seinem Tod verglich ihn der damalige Außenminister Heinrich von Brentano mit dem Zuhälter und Nazimusiker Horst Wessel. Der spätere Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger bezeichente ihn 1962 als missratenen Sohn Augsburgs. Seine eigene Vergangenheit hüllte er dabei in den Mantel des Schweigens.
„Das beste an Augsburg ist der Zug nach München“, soll Brecht einmal gesagt haben, was ihn auch nicht gerade beliebter machte.
Doch mittlerweile hat sich Einiges geändert. Die Augsburger haben ihren Bertolt wieder entdeckt, haben ihn kennen und lieben gelernt. Zum 100. Geburtstag Brechts im Jahr 1998 wurde sein Geburtshaus, die Gedenkstätte, aufwändig neugestaltet, erweitert und in „Brechthaus“ umbenannt. Inzwischen gibt es in Augsburg eine Bert-Brecht-Straße, die Bert-Brecht-Realschule, Brecht-Literaturfestivals, eine Brecht-Forschungsstätte mit einem hauptamtlichen Literaturwissenschaftler und einen mit 15.000 € dotierten Bert-Brecht-Preis, der alle drei Jahre vergeben wird. Führungen durch die Stadt auf den Spuren Brechts werden angeboten, in verschiedenen Metzgereien ist Brecht-Wurst erhältlich, in Tabakläden warten Brecht-Zigarren zum Preis von je 2 € auf ihre Käufer und in den Souvenirgeschäften können Brecht-T-Shirts erworben werden. Das hätte sich der Dramatiker, Lyriker und Begründer des epischen Theaters wohl nicht träumen lassen, als er 1918 - womöglich nach einem Besuch in der Lechklause - sein Gedicht „Serenade“ niederschrieb.

Jetzt wachen nur mehr Mond und Katz
Die Menschen alle schlafen schon
Da trottet übern Rathausplatz
Bert Brecht mit seinem Lampion

Wenn schon der junge Mai erwacht
Die Blüten sprossen für und für
Dann taumelt trunken durch die Nacht
Bert Brecht mit seinem Klampfentier

Und wenn ihr einst in Frieden ruht
Beseligt ganz vom Himmelslohn
Dann stolpert durch die Höllenglut
Bert Brecht mit seinem Lampion


>> Fotos

Kommentare:

merci hat gesagt…

Ich mag Berthold Brecht! Seine Worte beinhalten viel Wahrheit und die Wahrheit ist manchmal unbequehm aber ehrlich ...

Notsag hat gesagt…

hello ^^ thx for visite my site :P

you site is nice :P gongratulation
and good luck ^^