Sonntag, 15. November 2009

Bayrischer Schweinsbraten

Schwaben und Bayern sind sich oft „nicht ganz grün“. Doch beim Schweinebraten sind sich alle einig: Der bayerische ist einfach der Beste. Mein Großvater – Gott hab ihn selig - wollte ihn täglich. Alles andere war für ihn „nix G’scheits“.
Die Zubereitung beginnt bereits bei der Auswahl des Fleisches. Wer die leckerste Variante dieser deftigen Mahlzeit - nämlich einen saftigen, knusprigen Krustenbraten - herstellen will, nimmt ein Stück vom Schinken und ritzt die Schwarte rautenförmig ein. Für vier hungrige Mäuler darf es ruhig ein dreiviertel Kilo sein. Sollte wider Erwarten etwas von dem Braten übrig bleiben, wird er in dünne Scheiben geschnitten und zu späterer Zeit in kaltem Zustand verzehrt. Man kann ihn zum Beispiel auf’s Brot legen und mit einem würzigen Rettich verspeisen oder eine Bratensulz herstellen.
Es ist nicht schwer und macht kaum Mühe, einen guten Bayrischen Schweinsbraten auf den Tisch zu bekommen. Dazu werden ein paar Karotten in Scheiben, eine Stange Lauch in Ringe und ein Stück Sellerie in Würfel geschnitten. Zwiebel, Knoblauchzehen, Petersilie sowie Majoran werden grob gehackt. Dieses Gemüse wird vermischt in einen Bräter gegeben. Dann wird das Fleisch kräftig mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Majoran eingerieben und in dem Gemüse eingebettet. Bei etwa 180°C kommt alles in das Backrohr, wird mit heißer Brühe übergossen und darf dort ungefähr zwei Stunden braten. Etwa alle zwanzig Minuten sollte das Fleisch mit der Bratenflüssigkeit übergossen werden.
Man kann die Soße so lassen wie sie ist oder pürieren und verdicken. Das bleibt Jedermanns Geschmack selbst überlassen. Eine besondere Spezialität ist die Biersoße. Um eine solche zu erhalten, wird der Braten während der Garzeit nicht mit Brühe sondern mit dunklem Bier übergossen.
Dazu gibt es fast schon selbstverständlich Knödel, die zur einen Hälfte aus rohen, zur anderen aus gekochten Kartoffeln sowie Eiern, Semmelbröseln und Salz hergestellt werden. Ab und zu jedoch riskiert der Schwabe einen Stilbruch, will auf seine geliebten Spätzle nicht verzichten und lässt sie sich sogar als Beilage zum Schweinsbraten schmecken. Da stehen einem gestandenen Urbayern die Haare zu Berge! Unentbehrlich - und in dieser Frage sind ausnahmsweise Beide absolut der gleichen Meinung - ist das obligatorische Bier. Bei diesem Thema wird höchstens noch darüber diskutiert, ob eine Halbe genügt oder ob es gleich mindestens eine ganze Maß sein muß.
>> Rezept

Kommentare:

merci hat gesagt…

Boah ... der sieht aber lecker aus und schmeckt bestimmt auch so. Natürlich gehören da Knödel dazu und ich mag am liebsten Semmelknödel aber ich nehm auch Kartoffelklösse und im Notfall Spätzle. Ja, Bier - das passt.

Krautl hat gesagt…

Hmmm...bei dem Anblick läuft mir ja das Wasser im Mund zusammen :-)
Wir als "gestandene" Bayern machen unser "Schweiners" natürlich mit Dunkelbiersoße (das kann sogar meine Tochter mittlerweile schon perfekt - sogar mit Kruste ! *smile*). Dazu gibts Semmelknödl, Sauerkraut und getrunken wird das dunkle Bier, mit dem man aufgegossen hat.

Aaaaaber .... SPÄTZLE zum Schweinern - mein lieber Nervenruh, das ist ein absolutes "NO-GO" für uns, wie Du ja eh schon geschrieben hast ;-)

Danke für diesen schönen Beitrag :-)

Liebe Grüße...