Sonntag, 4. Oktober 2009

Der dressierte Maulwurf

Eigentlich ist der Maulwurf ein nützliches Tier. Er frisst zwar hauptsächlich Regenwürmer aber auch Schnecken, Drahtwürmer und andere schädliche Insekten und deren Larven. Man sieht ihn sehr selten, denn sein Alltag spielt sich in seinen unterirdischen Gängen ab, die er beständig erweitert. Bis zu einer Tiefe von einem Meter und auf eine Fläche von bis zu zweitausend Quadratmetern kann sein Höhlensystem reichen. Bedroht ist der Maulwurf durch Hochwasser, lange anhaltendem Bodenfrost sowie seinen Feinden. Das könnten Rivalen der eigenen Art sein, verschiedene Vögel wie Eulen, Raben, Bussarde oder Störche, aber auch Säugetiere wie Füchse, Wildschweine oder Katzen – und Menschen. Letztere bekämpfen die Maulwürfe nicht, um sie zu verzehren. Sie gehen auch nicht gegen den Maulwurf vor, weil er Schäden anrichten würde. Nein, sie fühlen sich lediglich gestört von den Maulwürfshügeln im penibel gepflegten Englischen Rasen. Dabei hinterlässt der Maulwurf eine dermaßen tiefgründig umgegrabene Erde, die so fein und locker ist, dass sie kein Mensch trotz Spaten, Hacke, Fräse und Sieb genauso herzustellen vermag. Das Problem ist eben nur, dass das possierliche Tierchen meistens an der falschen Stelle gräbt. Leider versteht der Maulwurf unsere Sprache nicht, sonst könnte man ihm mitteilen, an welchen Stellen er die Erde lockern soll. Auch des Lesens ist er nicht mächtig, so dass es kaum zum Erfolg führen wird, wenn man ihm schriftliche Anweisungen auf einem Zettel in sein Gangsystem legt. Eigentlich kann nur eine knallharte Dressur Abhilfe schaffen. Im Gegensatz zur Erziehung beim Menschen wird Tieren durch Dressur beigebracht, auf Kommando bestimmte Handlungen auszuführen. Warum sollte das beim Maulwurf nicht auch möglich sein? Genauso wie ein Hund, der sich beim Kommando „Platz!“ sofort hinlegt, begänne dann der Maulwurf beim Kommando „Grabe hier!“ sofort den bezeichneten Bereich sorgfältig umzugraben. Dann hätte jeder, der seinen Maulwurf dressiert hat, ohne große Mühe lockere Erde in seinen Beeten und nicht ein einziger unansehlicher Erdhügel würde seinen Rasen verunstalten. Er würde seinen abgerichteten Maulwurf öffentlich vorführen, ihn gegen Entgelt auch auf die Beete anderer Leute kommandieren oder deren Maulwürfe gegen eine noch höhere Vergütung dressieren.

Kommentare:

lena hat gesagt…

Maulwurf ein nützliches Tier?Was?Ich weiß das nicht!Danke an den Autor für die ausführliche Infos!Sehr interessant ist diesen Artikel für mich! Grüße, Lena :)

merci hat gesagt…

Du hast Recht, die Erde die der Maulwurf hinterlässt ist vorzüglich. Aber wir haben nicht nur einen Maulwurf, wir haben sehr viele hier und in der Tat sieht unsere Wiese maulwurfmäßig aus. Die Tierchen sind wirklich sehr hübsch und ich versuche auch mit ihnen zu reden. Bis heute verstehen sie mich immer noch nicht. Was mache ich falsch?