Donnerstag, 24. September 2009

Haselnüsse

Schon im frühen Sommer war zu sehen, dass reichlich Haselnüsse am Strauch hängen. Das ist nicht besonders ungewöhnlich, obwohl in den meisten Jahren die Ernte ziemlich dürftig ist beziehungsweise komplett ausfällt. Schuld daran ist der Haselnussbohrer, ein kleiner Rüsselkäfer, der Löcher in die Nüsse bohrt, um darin Eier abzulegen. Die Larve frisst den Kern auf, verlässt danach die Schale und lässt sich in die Erde fallen. In diesem Fall gibt es im Herbst nur hohle Nüsse zu ernten, die keinen Nutzen haben. Das ist ärgerlich und unwillkürlich tut sich die Frage auf, wie man diesem Mißstand begegnen kann.
Das Versprühen von Insektiziden scheidet für einen Hobbygärtner, in dessen Garten keinerlei Gift Anwendung findet, von vornherein aus. Ein weiterer Tipp ist das Abklopfen und Einsammeln der Käfer, was bei diesen kleinen Tierchen nicht einfach ist. Von großen Sträuchern fallen die Insekten in einem weiten Umkreis herunter, so dass viele in der Wiese, zwischen Büschen oder anderen Pflanzen landen, wo sie nicht gefunden werden können. Noch umständlicher ist das Abpflücken der befallenen Nüsse im Sommer, wenn sich die Larven innerhalb der Schalen befinden. Das würde zwar den zukünftigen Befall mindern, ist aber nahezu unmöglich. Die gebohrten Löcher sind nämlich so winzig, dass man sich jede einzelne Nuss schon genau ansehen müsste. Bei einem mehrere Meter hohen Strauch mit weit ausladenden Ästen ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ein weiterer Ratschlag, das Umgraben der Erde rings um den Strauch, ist auch nicht besonders praktikabel, da der Boden dicht durchwurzelt ist.
Die beste Art und Weise, den Haselnussbohrer zu bekämpfen ist eine „unruhige Erde“. Besonders im Herbst und im Winter sollte der Boden rings um den Strauch des öfteren aufgelockert werden. Das geht mit einem Laubrechen ziemlich schnell und einfach. So kommen die geschlüpften Larven immer wieder an die Oberfläche, wo sie von ihren natürlichen Feinden (Vogel, Igel, Maus...) entdeckt und aufgefressen werden. Der Rest erfriert.
So können zur Zeit jeden Tag mehrere Hände voll mit Haselnüssen, die ihren nahrhaften Kern noch in sich tragen, vom Boden aufgesammelt werden. Sie sind reich an Vitaminen (ganz besonders Vitamin E, aber auch B, C und A), Kohlenhydraten (etwa ein Zehntel des Gewichts, wobei kaum Zucker vorkommt), Fett (fast zwei Drittel des Gewichts, hauptsächlich einfach ungesättigte Fettsäuren), Eiweiß (etwa ein Achtel des Gewichts), Mineralien (besonders Kalium, Phosphor und Calcium, aber auch Eisen und Natrium) und Ballaststoffen. Haselnüsse sind lange lagerfähig, vielseitig verwendbar beim Kochen und Backen, eignen sich zum Herstellen von Schokolade oder Öl und sind an kalten, düsteren Winterabenden immer eine willkommene Knabberei.

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