Dienstag, 1. September 2009

Felix im Sommer

Wo sich der Kater den ganzen Tag über versteckt hält, bleibt sein Geheimnis. Erst wenn am Abend die Schatten immer länger werden und in den Garten ziehen, taucht er auf. Dann schnurrt er lautstark und steuert schnurstracks auf die Hütte zu, dem Aufbewahrungsort seines Futters. Falls nicht sofort serviert wird, jammert er herzerweichend und mimt einen Vierbeiner kurz vor dem Hungertod. Natürlich bekommt er dann seine angemessene Ration, um ihm das plötzliche und grausame Ableben durch Unterernährung zu ersparen. Beim Fressen liebt er es, wenn der Eingang zum Gartenhaus bewacht wird, damit er ungestört schmausen kann. Ist der Bauch ersteinmal gefüllt, putzt er sich ausgiebig, bevor er sich zu mir setzt, um genüsslich seine Streicheleinheiten entgegenzunehmen. Danach liebt er es, wie ein kleines Kind im Garten herumgetragen zu werden. Er bedankt sich immer wieder mit zärtlichen Nasenstupsern und leckt meine Arme und Hände ab. Doch irgendwann reicht es ihm. Dann steigt er in den großen Blumentopf zum Zwergpfirsichbäumchen, räkelt und wälzt sich in der Erde, ruht aus und beobachtet dabei die wackelnden Blätter an den Pflanzen und das übermütige Treiben der Vögel. Während es langsam immer dunkler wird, bettelt er nochmals um Futter. Dieses frißt er jedoch nicht sofort auf, sondern läßt es stehen. Es dient ihm nämlich als Vorrat, den er spät in der Nacht oder im frühen Morgengrauen verspeisen wird. Nachdem sein Nachtmahl gesichert ist, führt er noch demonstrativ vor, welch geschickter und wilder Jäger in ihm steckt. Er durchstöbert Gebüsch und Dickicht, klettert auf Bäume und Dächer und nimmt mit Vergnügen reichlich Lob entgegen. Irgendwann verschwindet Felix in der Dunkelheit. Am nächsten Tag ist der Kater spurlos verschwunden. Aber nur, bis am Abend die Schatten wieder immer länger werden und in den Garten ziehen...

1 Kommentar:

Krautl hat gesagt…

Hihi, hab bei Deinem Felix-Report an meine Katze denken müssen. Fipsy ist nämlich genauso. Sie kommt auch immer abends erst in den Garten zurück, frisst sich satt (allerdings immer auf zwei- oder dreimal), danach möchte sie spielen. Will ich nicht gleich so wie sie, dann werde ich so oft angestubst, bis ich quasi muss *grins*. Manchmal bequemt sie sich, mit nach oben zu kommen, aber spätestens um 5.00 h früh muss sie wieder raus, und bleibt dann ebenfalls wieder den ganzen Tag über verschwunden :-)
Katze müsste man sein, denk ich mir manchmal :-)

Liebe Grüße