Donnerstag, 17. September 2009

Bewaffnet im Stadion

Liebe Fußballfans,
wer meint, er könne sich beim Stadionbesuch gegen die zur Zeit rasant um sich greifende Seuche des Influenza-A-Virus H1N1 („Schweinegrippe“) ungestraft mit einem Mundschutz schützen, irrt sich gewaltig. Das Amtsgericht Frankfurt stellte nämlich in einem Verfahren gegen einen FSV-Anhänger fest, dass es sich bei einem Mundschutz um eine Waffe handelt – eine passive zwar, aber immerhin. Wer sich also im Stadion mit einem Mundschutz bewaffnet, macht sich strafbar. Somit ist die Polizei angehalten, die weitere Ausbreitung der Seuche in den Fußballstadien zu fördern und zu unterstützen.
Das ist aber noch nicht alles: Auch ein Schal, soweit er nicht gerade zweckentfremdet in den Kniekehlen hängt, stellt eine passive Bewaffnung dar. Rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit ist nun endlich dieser Sachverhalt eindeutig gerichtlich geklärt. Nicht nur H1N1, sondern auch alle anderen Grippeviren finden damit reinste Schutzgebiete, ja sogar regelrechte Paradiese in den deutschen Fußballstadien vor. Und nun, liebe Fußballfans, freut euch, solange ihr noch die Hosen anbehalten dürft!
Nervenruh wird jedenfalls während der kalten Jahreszeit große Bögen um unsere Fußballstadien ziehen – bewaffnet mit einem wärmenden Schal.

Kommentare:

merci hat gesagt…

Ohne Schal im Winter? Das geht doch gar nicht!
Die deutschen Gesetze machen aber auch vor NICHTS halt.
Armes Deutschland!

Susanne hat gesagt…

Ja, ja, es wird sie danhinraffen die armen Fußballfans ;-) -förmlich ausrotten.... (Ironie)

Gerry hat gesagt…

Wenn ich nicht wüßte, dass es einige solcher verrückten Regelungen gibt, würde ich beim Lesen Deiner Zeilen darüber herzlich lachen. Ich kann aber nicht...denn mir ist das Lachen im Halse stecken geblieben.

Im Jahr 2008 hatte ich im Rahmen der EURO sehr viel mit den Sicherheitsvorkehrungen in Stadions und auch beim Public Viewing zu tun. Es war verrückt. Ich hatte zB. Streit mit der Security in meinem Veranstaltungsgelände in einer Kleinstadt, als sie den Kindern beim Eintritt zum Public Viewing das Eis abnahm weil es eine potentielle Gefährdung sei und provozieren könne.

Man kann mit Kanonen auf Spatzen schießen und ich teilte den Herrschaften mit, diesen Unsinn sofort zu unterlassen. Sie wiesen mich darauf hin, dass ich für diese Weisung die volle Verantwortung übernehmen müsse und dies nicht den Regeln für offizielle Public-Viewing-Bereiche entspreche.

Das habe ich gerne getan. Den Kindern das Eis weg nehmen, bloß weil sie auf einer Leinwand ein bisserl Fußball schauen wollen. Wo sind wir denn...

merci hat gesagt…

@Gerry

Na wo denn? Immer noch in Deutschland! Das seinen Charme durch diverse Politiker eingebüßt hat. Und Krieg sollte ein Land wie unseres auch nicht führen! Hier wird wirklich mit Kanonen auf Spatzen geschossen.