Samstag, 1. August 2009

Saitenwickler

Da nimmt Nervenruh die älteste seiner Konzertgitarren mit in den Garten, holt sie aus dem Koffer, bespannt sie mit Saiten und schon macht es „Peng!“. Noch gar nicht richtig aufgezogen reißt das tiefe E. Ein Saitenwickler war gebrochen. Dadurch entstand eine messerscharfe Stelle, die die Saite bei der geringsten Spannung durchtrennte.
Zum Glück hat Nervenruh eine defekte Gitarre aufbewahrt, die er nun als Ersatzteillager ausschlachten konnte. Um einen Saitenwickler auszutauschen, muss die gesammte Mechanik auf einer Seite entfernt werden. Das ist oft gar nicht so einfach, da die kleinen Schräubchen ziemlich fest sitzen. Erst entfernte Nervenruh die Saiten des defekten Instruments, schraubte die Mechanik ab und popelte die Saitenwickler aus ihren Löchern. Dann folgte dieselbe Prozedur an seiner alten Morris. Da die Mechanik an ihr sowieso schon ziemlich ausgeleiert war, wurde sie bei dieser Gelegenheit gleich vollständig ausgetauscht. Nun hat die Gitarre für die Bässe einen goldenen Beschlag, für die anderen drei Saiten einen silbernen. Zumindest vorläufig, denn es sieht aus, als ob der Saitenwickler der h-Saite auch bald brechen würde. Dann kann Nervenruh das ganze Verfahren nochmals wiederholen. Es macht Spaß, am Instrument zu basteln, wenn kein Zeitdruck herrscht. Viel Geduld ist hier angesagt. Nervenruh brauchte über zwei Stunden, bis seine Gitarre wieder spielbereit war. Schließlich wird ein Saitenwickler nicht alle Tage ausgetauscht.

Kommentare:

Krautl hat gesagt…

Respekt, detaillierte Beschreibung und der Beweis, dass Nervenruh seinen Nickname gut ausgewählt hat *smile*.
Viel Spaß beim Musizieren :-)

Gerry hat gesagt…

Bevor ich den Kommentar meines "Vorredners" hier las, dachte ich das selbe - es brauch doch eine ziemliche Fingerfertigkeit und auch einiges an Kenntnis, solche Instrumente zu zerlegen. Noch wichtiger: Man sollte sie auch, so wie Nervenruh, wieder zusammenbauen können ;-)