Montag, 15. Juni 2009

Unkraut

„Gegen alles ist ein Kraut gewachsen,“ sagt ein altes Sprichwort. Im Umkehrschluß bedeutet das, dass jedes Kraut einen Nutzen hat. Im reinen Wortsinn gibt es eigentlich kein „Un“-Kraut. Menschen benutzen diese Bezeichnung. Meist sind damit störende Pflanzen gemeint, die niemand gesät hat und die an ihrem jeweiligen Platz keiner haben will. Es wird gemulcht, gehackt, gerupft und umgegraben, damit kein Unkraut wächst. Nervenruh hat sich im Garten umgeschaut und stellt hier eine kleine Auswahl seiner unzähligen Unkräuter vor.
Himbeeren
Sie wachsen überall: In der Fichtenhecke, mitten im Forsythienstrauch, auf den Beeten. Nervenruh versucht sie zu bändigen, gibt ihnen aber auch ein Plätzchen, an dem sie sich ungehemmt vermehren können. Die beste Sorte reift im Herbst. Dann freut sich Nervenruh, dass er das Unkraut wachsen ließ.
Giersch
Er kann lästig werden. Unterirdisch verbreitet er sich und unterdrückt durch sein rustikales Wachstum andere Pflanzen. Zwischen Stauden erreicht er locker Höhen bis zu einem Meter. Ganz vermissen möchte Nervenruh ihn nicht. Als Beigabe zu einem krautigen Kopfsalat ist junger Giersch eine Bereicherung.
Ackerschachtelhalm
Der Ackerschachtelhalm ist eine Pflanze aus prähistorischen Zeiten. Lange bevor es Menschen gab, begann er die Welt zu besiedeln. Er überlebte die Dinosaurier und ist ein Relikt längst vergangener Epochen. Er ist unausrottbar. Selbst Nervenruh hat keine Chance.
Vogelmiere
Rohkostler lieben die Vogelmiere, weil sie gut und gesund ist. Sie eignet sich als Beiwerk zu Salaten oder zur Garnierung. Auch pur kann man sie essen. Für Gärtner ist dieses „Unkraut“ leicht zu jäten. Es deckt den Boden ab und hält ihn feucht. Nervenruh favorisiert Vogelmiere im Wettkampf gegen Giersch und Ackerschachtelhalm.
Löwenzahn
Er wächst ohne zu fragen einfach da, wo er will. Er sieht gut aus. Seine Blätter geben einen guten Salat, über den sich nicht nur menschliche Wesen freuen. Die Pusteblume kennt jeder.

1 Kommentar:

Gerry hat gesagt…

Hmm...also ich als "Stadtkind" kenne natürlich nur die Himbeeren und den Löwenzahn. Alle anderen Pflanzen sind mir leider unbekannt. Aber es ist sehr interessant zu lesen, wie nützlich die "Unkräuter" auch sein können. Aber ich freue mich schon, mehr über die "Unkräuter - Delikatessen am Wegesrand" bei einer kleinen Exkursion zu erfahren. Solche Veranstaltungen bietet zB. der Naturschutzbund an: http://balkonreport.blogspot.com/2009/05/unkrauter-delikatessen-am-wegesrand.html