Montag, 1. Juni 2009

Falscher Hase

Angeblich heißt er so, weil ein abgezogenes Kaninchen ohne Kopf und Pfoten nicht von einer Katze im selben Zustand zu unterscheiden ist. Früher kam eben öfter auch mal ein „Dachhase“ auf den Tisch. Heute benutzt man diese Bezeichnung für einen Hackbraten, wobei egal ist, welches Hackfleisch verwendet wurde.
Nervenruh nahm heute Rinderhack und hoffte insgeheim, dass ihm weder Hasen-, Katzen- noch anderes –hackfleisch untergejubelt wurde. Rein äußerlich ist nämlich Gehacktes kaum voneinander zu unterscheiden. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Hackbraten herzustellen. Nervenruh wählte folgende Variante:
Er weichte alte Semmeln in Wasser auf, hackte Zwiebeln, Knoblauchzehen und Petersilie sehr fein und würfelte durchwachsenen Speck sowie Karotten. Das alles wurde mit dem Hackfleisch, aufgeschlagenen Eiern und den mittlerweile aufgeweichten und ausgedrückten Semmeln zu einem Fleischteig geknetet, der mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt wird. Übereifrig gab Nervenruh eine Prise vom Osmanischen Fleischgewürz, einer türkischen Mischung aus vierzehn verschiedenen Gewürzen, hauptsächlich bestehend aus Paprika edelsüß, scharfem Rosenpaprika und Kreuzkümmel, dazu. Dann formte er aus dem Fleischteig einen länglichen Kloß, wälzte ihn in Semmelbröseln, gab ihn in ein gefettetes Bratengefäß und belegte ihn mit Speckstreifen. Er goss etwas heiße Brühe an und schob den Bräter für fünfzig Minuten in das 225°C heiße Backrohr. Alle zehn bis fünfzehn Minuten sollte der Falsche Hase abgelöscht werden, damit er nicht anbrennt. Dazu wurde Kartoffelbrei und frischer Salat aus dem Garten serviert.
>> Rezept

1 Kommentar:

KennyT hat gesagt…

The wrong rabbit? Hahahahaha, this meat loaf looks so yummy!