Montag, 18. Mai 2009

O Fortuna!

Nachdem Carl Orff auf eine Ausgabe der Carmina Burana (Lieder aus Benediktbeuren), die Lied- und Dramentexte aus dem 11. und 12. Jahrhundert in Latein, Mittelhochdeutsch und Altfranzösisch enthält, stieß, komponierte er sein bekanntestes Werk. Es geht um die Wechselhaftigkeit von Glück und Wohlstand, die Flüchtigkeit des Lebens, die Freude über die Rückkehr des Frühlings sowie die Genüsse und Gefahren von Trinken, Völlerei, Glücksspiel und Wollust. Die Uraufführung fand 1937 in Frankfurt am Main statt.
Wilhelm Killmayer arrangierte 1956 eine reduzierte Version für Solisten, gemischten Chor, Kinderchor, zwei Klaviere und Schlagzeug. Diese Fassung kam in der Stadthalle Gersthofen anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Stadterhebung zur Aufführung. An der Großproduktion unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Reß beteiligten sich etwa 170 Mitwirkende, darunter der Philharmonische Chor Augsburg, der Konzert- und Kinderchor „Augustana“, das Augsburger Klavierduo mit Gottfried Hefele und Erich Mauss, das Schlagwerkensemble „Augustana“ sowie die Solisten Katerina Sokolová-Rauer (Sopran), Ulrich Reß (Tenor) und Thomas Laske (Bariton).
Die Carmina Burana sind in drei Teile gegliedert. Der erste Abschnitt („Primo Vere“ und „Uf dem Anger“) wurde von den Instrumentalisten, einem gemischten Chor und dem Tenorsänger vorgetragen. Im zweiten Abschnitt („In Taberna“) entfernten sich die Chorsängerinnen, die Männerstimmen rückten nach vorne, zusätzlich kam der Bariton zum Einsatz. Im dritten Teil („Cour d’amours“) war wieder der komplette Philharmonische Chor vertreten, der Kinderchor sowie die Sopransängerin stießen dazu. Der Singkreis beginnt so, wie er endet, mit einem mächtigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna („Fortuna Imperatix Mundi“).
Schon während der Aufführung kam es zu Applaus auf offener Szene, doch am Ende des etwa 75-minütigen Werkes riß es die Zuhörer zu wahren Begeisterungsstürmen und stehenden Ovationen hin. Die Musiker gaben zwei Zugaben.

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