Freitag, 8. Mai 2009

Musa Basjoo

Am 22. April 2007 begann ich mit dem Anbau von Bananen. Es gibt Kochbananen, Fruchtbananen, ungenießbare und essbare Bananen. Ich entschied mich für ein Pflänzchen aus der Gattung der japanischen Faserbananen, Musa Basjoo genannt, da sie Fruchtbananen bildet und auch niedrige Temperaturen unter null Grad überlebt. Die Bezeichnung „japanische Faserbanane“ ist etwas irreführend, da diese Sorte ursprünglich aus China stammt.
Im ersten Jahr hielt ich die Pflanze in einem großen Topf, wo sie prächtig wuchs. Sie ist ein extremer Starkzehrer und verlangt wöchentlich nach ausreichend viel Dünger. Bei stürmischem Wetter zerfetzen ihre großen Blätter und fransen aus, was zwar nicht gerade schön aussieht, doch die Pflanze in ihrem weiteren Wachstum kaum stört. Bis zum Einbruch der ersten kalten Nächte im Herbst stand eine stattliche Staude in meinem Garten. Dann erfroren ihre Blätter. Ich schnitt sie ab, kürzte den Stamm und stellte den Topf ins Gewächshaus, das ich bei Temeraturen unter -5°C leicht beheizte.
Bis zum Frühjahr war der Stamm trotzdem komplett abgefroren, Fäulnis entstand und es sah gar nicht danach aus, als würde aus der Erde in dem großen Blumentopf nochmals neues Leben austreiben. Vorsichtig grub ich mit den Händen ein Loch und stieß dabei auf eine im Durchmesser knapp zwanzig Zentimeter große Knolle, die seitlich neu austrieb. Ich deckte den Trieb wieder zu, ließ aber die faulige Stelle offen, so dass sie austrocknen konnte. Als ich die Staude 2008 ins Freie auspflanzte, hatte sie bereits mehrere Blätter gebildet. Der Stamm war wesentlich dicker als im ersten Jahr und die Geschwindigkeit, mit der sie nun wuchs, war wesentlich schneller. Bis zum Herbst erreichte die Planze eine Höhe von ungefähr 175 cm, die Blätter froren abermals ab und ich kürzte wiederum den Stamm. Da die Musa Basjoo nun im Freien stand, konnte ich sie nicht zum überwintern ins Gewächshaus stellen. So verschaffte ich ihr ein Winterquartier, das im Posting vom 1. November 2008 genauer beschrieben ist.
Als in diesem Frühjahr die Tagestemperaturen milder wurden, überkam mich die Neugier und ich öffnete das Winterquartier. Der Stamm war fast vollständig abgefroren. Als ich im Boden nach der Knolle grub, musste ich aber zu meinem Bedauern feststellen, dass sie spurlos verschwunden war. Sie konnte weder erfroren noch verfault sein, denn dann wären noch matschige Überreste zu finden gewesen. Ich gehe davon aus, dass sich eine Wühlmaus daran gelabt hatte. Ich dachte an alles, nur nicht daran, die Pflanze vor unterirdischen Fressfeinden zu schützen. Doch Glück im Unglück: In einer Pflanzenhandlung entdeckte ich ein etwa zwei Jahre altes Exemplar einer Musa Basjoo. Natürlich kaufte ich die Staude sofort. So habe ich auf dem Weg zu meinem Ziel, im Sommer 2010 oder 2011 die ersten reifen Bananen aus dem eigenen Garten zu ernten, keine Zeit verloren. Allerdings kostete mich der volle Magen der Wühlmaus knapp zwanzig Euro.

1 Kommentar:

merci hat gesagt…

Ich verstehe Dich voll und ganz. Niemals aufgeben und irgendwann wird man belohnt, egal was es kostet. Ich denke ähnlich und habe auch schon Lehrgeld bezahlt ;-)