Donnerstag, 28. Mai 2009

Gegen 20 Uhr bei 9°C

Nach dem schweren Gewitter am Dienstag sieht der Garten etwas zerzaust aus. Der starke Westwind und die extrem hohe Niederschlagsmenge haben einigen Pflanzen zugesetzt. Viele wurden auf den Boden gedrückt, abgerissen oder zur Seite geneigt. So zum Beispiel die Lupinen, die in voller Blüte stehen. Manche sind so abgenickt, dass sie nicht mehr zu retten sind, manche Kerzen haben sich nach Osten geneigt und wachsen jetzt wieder in die andere Richtung s-förmig weiter, was auch lustig aussieht; andere wiederum haben das Unwetter ohne Schaden überstanden. Die Sonnenblumen sahen übel aus, haben sich aber inzwischen schon wieder erholt. Die Musa Basjoo wäre wohl zerfetzt worden, wenn ich sie nicht in weiser Voraussicht rechtzeitig in das Gewächshaus gestellt hätte. Solch ein Gewitter ist für einen Gärtner nie angenehm, doch es hätte auch viel schlimmer ausgehen können. Wenigstens wurden wir vom Hagel verschont, so dass sich die Schäden in Grenzen halten.
Es ist etwas kühler geworden. Die Tageshöchsttemperaturen entsprechen in etwa den Tiefsttemperaturen der vorigen Woche. Nahezu alles wächst gut und schnell, ganz besonders jedoch das Unkraut. So hieß es Ackerschachtelhalme aus dem Boden ziehen, Brennesseln und Vogelmiere rupfen, wieder Ordnung auf die Beete zu bringen. Zwischen Schwertlilien und anderen relativ hohen Gewächsen erreichte der lästige Giersch Höhen von bis zu einem Meter. Der Waldmeister ist inzwischen verblüht und hat den Boden im Laufe der Jahre in einen Zustand gebracht, in dem nun auch Gräser und anderes gedeiht, wo vorher nichts wachsen wollte.
Felix ist wieder im Garten zuhause. Freundlich begrüßte er seine Freundin Lilly mit einem Nasenstupser. Doch später, als Nervenruh Ranunkeln und Liguster schnitt, lag er auf der Lauer. Irgendetwas war im Gange. Mit spitzen Ohren und wedelndem Schwanz saß er im Blumentopf, aus dem ein Pfirsichbäumchen wächst. Als ein schwarzer Kater ahnungslos Nachbars Garten durchquerte und unter dem Zaun auf unser Grundstück vordringen wollte, schoß Felix schnell wie ein Pfeil dem Eindringling entgegen, der überrascht und erschrocken versuchte, die Flucht zu ergreifen. Es gab lautes Gekreische und Katzengeschrei. Nach wenigen Minuten tauchte Felix sichtlich zufrieden wieder auf und steuerte schnurstraks auf seinen Futternapf zu. Auftrag erledigt.
Die Kletterrosen beginnen nun zu blühen. Vor einigen Tagen gab es die letzte Düngung dieses Jahres und jetzt bildet der Strauch massenhaft Blütenknospen. Auch Pfingsten steht vor der Tür: die Pfingstrosen explodieren!

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