Freitag, 30. Dezember 2005

Der Gartenkater

Im Jahr 2005 war Felix fast nie in der Wohnung. Seine Heimat wurde die Anlage des Obst- und Gartenbauvereins Deuringen und die umliegenden Wiesen, seine Zentrale mein Garten. Der Schnee war noch nicht ganz geschmolzen, als er schon seine Runden drehte und sich zu Hause nicht mehr sehen ließ.
Selbstverständlich war wichtig, dass er genügend zu futtern hatte, doch das war kein Problem, da ich sowieso täglich im Garten nach dem Rechten schaute. Dann schoss Felix immer irgendwo plötzlich aus einem Gebüsch und spielte den Wilden. In der Hütte servierte ich ihm dann eine leckere Mahlzeit, die er genüsslich schnurrend verschlang. Danach forderte er seine Streicheleinheiten ein, die ich ihm meistens vorzugsweise sitzend auf der Stufe vor der Hütte zu verabreichen hatte. Außerdem liebte er es, im Garten herumgetragen zu werden. Zum Abschluss bedankte er sich mit ein paar "Nasenstupsern", bevor er wieder verschwand.
Natürlich kam es auch ab und zu vor, dass ich ihn nicht im Garten antraf. Dann stellte ich sein Futter in die Hütte, in die er bequem durch die Katzenklappe einsteigen konnte. An solchen Tagen fielen dann allerdings die Streicheleinheiten aus.
Als ich im Urlaub auf Kreuzfahrt war, sorgte eine Gartennachbarin für sein leibliches Wohl. Sie bekam Felix in dieser Zeit zwar kein einziges Mal zu Gesicht, doch das Futter war immer aufgefressen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er oft meine Nachbarin heimlich beobachtet hat, doch erst aus seinem Versteck kroch, nachdem sie den Garten wieder verlassen hatte.
Ganz selten kam es vor, dass er sich wieder in der Wohnung blicken ließ. So war er zum Beispiel im August zwei Tage zu Hause, als draußen sintflutartige Regenfälle niedergingen. Das war ihm anscheinend dann wohl doch zuviel. Auch als es im Herbst immer kälter wurde, zog er es des Öfteren vor, tagsüber in der Wohnung auf seinem flauschigen Kissen zu ruhen. Doch kaum wurde es dunkel, wollte er wieder hinaus.

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