Montag, 31. Dezember 2007

Das Gartenjahr 2007

Frühlingshaftes Wetter mit Temperaturen bis zu 15°C war in diesem Januar Normalität. Die Vögel zwitscherten, Schlüsselblumen und Primeln begannen zu blühen, Krokusse, Narzissen, Tulpen und Hyazinthen trieben aus dem Boden. Starke Stürme zogen durch das Land, der kräftigste davon war "Kyrill".
Am 18. Februar griff ich aktiv in das Geschehen in meinem Garten ein. Zuerst brachte ich mein Gewächshaus auf Vordermann. Durch den milden Winter wucherte im Inneren flächendeckend das Unkraut. Nachdem ich alles gerupft und den Boden aufgelockert hatte, zog ich vier Rillen. Vorne rechts säte ich Radieschen (Sorte "Saxa 2"), dahinter Treibrettiche ("Rex"), links Eiszapfen und Frührettiche ("Ostergruß rosa 2"). Da ich jetzt stolzer Besitzer einer Gewächshausheizung mit Thermostat bin, installierte ich den Ofen und war schon gespannt, wie sich die Wärme auf das Wachstum der Pflanzen auswirken wird. Außerhalb des Glashauses entfernte ich die Überreste des vom Sturm zerstörten Tomatendächleins. An der Hütte schnitt ich Wein und Klematis auf eine Höhe von etwa 50 cm herunter.
Im März verblühten bereits die Krokusse und Schneeglöckchen und die Narzissen wurden zum Blickfang. Die Petersilie war im Winter nicht erfroren und stand erntefertig auf dem Beet. Ich begann, die Steckzwiebeln zu setzen und habe Karotten angesät. Im Frühbeet wurde Kopfsalat gepflanzt. Der März 2007 war in Deutschland 2,6 Grad wärmer als normal und damit der siebte zu warme Monat in Folge.
Auch der April brachte viel Sonne mit. Die Pflanzen wuchsen in einem beachtlichen Tempo. Leider verblühten die Frühlingsblumen bei dieser Wärme ziemlich schnell. Die Narzissen waren zu Ostern bereits fast alle verwelkt. Auch Hyazinthen und Tulpen hielten sich nicht besonders lange. Am 21. April eröffnete ich die diesjährige Grillsaison. Ich hatte mir ein Zwergpfirsichbäumchen besorgt, das zu Hause auf dem Balkon wunderbar geblüht hatte und nun in einem großen Topf im Garten weiter wachsen durfte. Ein weiterer Exot war eine Bananenstaude der Sorte "Musa Basjoo", die ich auch erst einmal in einem Topf hielt. Sie wuchs mit einer fast schon unglaublichen Geschwindigkeit und ich stellte mir die Frage, ob ich diese Pflanze bis zum Jahresende in diesem Topf werde halten können. Eine weiterer "Neuzugang" war der Bärlauch, der Ende April blühte und sich dann nach und nach in den Boden zurück zog.
Im Mai herrschten richtig sommerliche Temperaturen. In der Mitte des Monats kühlte es zwar etwas ab, doch diese vermutlich verkappten Eisheiligen waren weit von frostigen Graden entfernt. Wunderbar blühten Lupinen, Akelei, Waldmeister, Salbei und Islandmohn. Der letzte Kopfsalat und noch einige Rettiche und Radieschen wurden geerntet. Ende des Monats stand nahezu die gesamte Sommerbepflanzung auf dem Beet. Pünktlich zu Pfingsten blühten die Pfingstrosen. Auch Klematis und Kletterrosen boten eine Augenweide.
Der Juni begann sehr warm, zur Zeit der Schafskälte war das Wetter wechselhaft, zum Sommeranfang kühlte es ab und ausgerechnet am Siebenschläfertag war es ausgesprochen kühl und regnerisch.
Trotzdem hingen am Monatsende massenhaft Beeren an den Sträuchern, es gab viele Kirschen und am Pfirsichbäumchen färbten sich die Früchte rot. Die Bananenstaude war zum Ende des Quartals über das dreifache ihrer ursprünglichen Größe hinausgewachsen. Am 24. Juni habe ich leider einen putzigen Maulwurf versehentlich getötet, weil ich dachte, er sei eine Wühlmaus.Den ganzen Sommer hindurch blieb das Wetter leider so wechselhaft, wie es der Siebenschläfertag prophezeite. Die Wühlmäuse wurden allmählich zur Plage. Sie fraßen die Wurzeln der gut gewachsenen Artischocken-Pflanze an. Die Blätter welkten ab, doch ein neues, kleines Pflänzchen trieb wieder aus dem Boden. Als sich dann später sogar noch Blütenknospen bildeten, kam wieder eine Wühlmaus und gab der Pflanze den Rest. Auch bei den Buschbohnen gab es Anfangs Probleme, doch ich konnte das lästige Ungeziefer noch rechtzeitig vertreiben, so dass die Bohnenernte recht gut ausfiel.
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Video: Donnerwetter am 8. Juli
Das Pfirsichbäumchen gedieh prächtig. Ich konnte ungefähr fünfzehn reife Früchte ernten, die köstlich schmeckten. Auch die Musa Basjoo war eine Freude, wenngleich es natürlich in diesem Jahr noch keine Früchte zu ernten gab. Am 4. Juli wurde sie vom Hagel ziemlich übel zugerichtet, doch sie erholte sich schnell. Ich düngte die Staude immer wieder mit Komposterde. Am Ende dieses Quartals war die Pflanze etwa 1,50 Meter hoch.
Außerordentlich gut entwickelten sich in diesem Jahr die Bechermalven, die zu richtigen Büschen heran wuchsen. Auch die Sonnenblumen ließen nichts zu wünschen übrig. Ein Blickfang und ein duftiges Erlebnis waren die Kletterrosen.
Leider setzten herbstliche Temperaturen bereits mitten im Sommer ein.
Der Buntspecht, hinter dem ich schon seit Jahren mit meiner Kamera her bin, ließ sich heuer nicht blicken. Dafür vergnügten sich oft laut krächzend zwei Elstern auf der Birke und im Haselnußstrauch. Sie waren aber genauso scheu und ließen sich nicht fotografieren. Die Igel waren sehr umtriebig, einmal verirrte sich ein Feldhase in der Gartenanlage und gegen Ende des Quartals sammelten die Eichhörnchen fleißig Nüsse. Es schien, als wäre der Winter schon ziemlich nahe.
Anfang Oktober wurde die Fichtenhecke erstmals nach drei Jahren endlich wieder einmal ordentlich gestutzt. Löwenmäuler und Fleißige Lieschen blühten unermüdlich und die Herbstastern boten den Bienen eine willkommene Weide. Außerdem gab es noch allerlei zu ernten. Die Karotten hatten sich recht gut entwickelt, Tomaten und Zucchini reiften immer noch nach. Am 21. Oktober fiel etwas Schnee, der aber mit Ausnahme in den Töpfen nicht liegen blieb. Am letzten Oktobertag erntete ich noch große Himbeeren.
Im November wurde ich stolzer Besitzer einer Kettensäge und entfernte mehrere Äste des wild gewachsenen Haselnußstrauchs. Am 11. des Monats wurden die Musa Basjoo und das Pfirsichbäumchen gemulcht und mit dem Dahlienkübel in ihr Winterquartier gestellt. Später pflanzte ich noch den Rosmarin ins Gewächshaus. Am Liguster gefielen die dunklen Beeren. Am 14. fiel Schnee, der dann tagelang liegen blieb und es wurde richtig frostig.
Am 2. Dezember sägte ich den alten, kranken Apfelbaum ab. Vom Stumpf ließ ich etwa einen halben Meter stehen. So wird es im Frühjahr einfacher sein, die Wurzel zu entfernen. Viele Vögel waren um mich herum, pickten am Fallobst und an den Äpfeln, die noch in den Bäumen hingen. Sogar der prächtige Specht ließ sich wieder blicken. Ich hängte einen Meisenring auf. Es war trocken und kalt. Um den 20. Dezember bildete sich Raureif und alles sah wie gezuckert aus. Erst in der letzten Nacht des Jahres gab es wieder Schnee.

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