Mittwoch, 8. August 2007

Karlheinz Schreiber und Max Strauß

Zwei Zeitungsmeldungen aus den letzten Tagen geben mir zu denken:
Meldung vom 28. Juli 2007:
Bizarres Urteil
Karlheinz Schreiber bekommt mit Unterstützung eines kanadischen Gerichts sein eigenes Schmiergeld zurück. Der Mann, der in seinem Tarnkontensystem mehrere hochrangige Politiker auf der Gehaltsliste stehen hatte, beschwerte sich bei der Justiz, dass er für sein Geld keine Gegenleistung erhalten hat. Und er kriegt auch noch recht. Das ist bizarr.
Und es kommt noch schlimmer. Das juristische Tauziehen um die Provisionen kann dazu führen, dass sich Schreibers Auslieferung nach Deutschland weiter verzögert. Wenn die kanadische Justiz weiter solche Entscheidungen trifft, wird der Lobbyist nie vor einem deutschen Gericht stehen müssen.
Meldung vom 7. August 2007:
Der Fall Max Strauß - eine Chronik
Dezember 1995: Die Staatsanwaltschaft Augsburg leitet gegen Max Strauß ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ein.
Januar 1996: Räume von Max Strauß werden durchsucht. Vermutlich wurde er gewarnt. Er hatte die Festplatte seines Laptops gelöscht, sie sei von Viren befallen gewesen.
April 2000: Die Festplatte verschwindet aus den Räumen der vereidigten Gutachter. Seither ist das zentrale Beweisstück unauffindbar.
September 2003: Max Strauß erleidet einen Zusammenbruch.
April 2004: Strauß wird in München wegen Beihilfe zum Betrug zu 300 000 Euro Geldstrafe verurteilt.
Juli 2004: Strauß wird in Augsburg wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren, drei Monaten Haft verurteilt.
Oktober 2005: Der Bundesgerichtshof hebt das Urteil auf.
Dezember 2006: Die Neuauflage in Augsburg beginnt.
6. August 2007: Freispruch für Max Strauß.

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