Samstag, 31. Dezember 2005

Garten 2005 - Das 4. Quartal

Oktober: Der Oktober begann mit ein paar trüben Tagen, die aber bald herrlichstem Herbstwetter wichen. Bis Mittags hielt sich immer hartnäckig dichter Nebel, doch dann kam die Sonne durch und brachte Temperaturen bis zu 20°. So stelle ich mir einen "Goldenen Oktober" vor. Leider waren die Tage schon ziemlich kurz, so daß es bereits ab ungefähr 17 Uhr schattig wurde und merklich abkühlte. Dann kam immer Felix in den Garten und legte sich ein paar Minuten auf das letzte kleine Plätzchen, das noch bestrahlt wurde. Es gab auch Einiges zu ernten: Die letzten Paprika, Peperoni, Zucchini und Tomaten am Anfang des Monats; Bohnenkerne, Kürbisse, Zierkürbisse, einen Apfel, Koriander und andere Kräuter und Gewürze um den Fünfzehnten. Aber auch Mitte des Monats stand noch Verschiedenes auf den Beeten wie Endivien, Karotten, Lauch, Stangen- und Knollensellerie. Oft trommelte der Buntspecht auf der Birke ein Solo, die Zugvögel waren plötzlich verschwunden und das lustige Gezwitscher verstummte nach und nach. Wenn ich Nachts um etwa 23 Uhr in den Garten ging, sah ich fast immer einen Igel. Der 22. Oktober war ein warmer, sonniger Tag mit Temperaturen über 20°C. Ich räumte meinen Acker ab und lockerte die Erde mit der Motorfräse auf, schnitt Hecken und Büsche, mähte den Rasen nochmals und rechte das Laub zusammen. Zwischendurch ließ ich mir ein paar reife Himbeeren frisch vom Strauch schmecken. Nachdem bereits unter der Woche Knollensellerie, Karotten und Lauch geerntet wurden, gab es heute den letzten Endiviensalat. Am 23. Oktober malten drei Mädchen mit Kreide ein buntes Bild auf meine Hüttentüre. Die letzte Woche des Monats war begleitet von rekordverdächtigen Temperaturen, die sobald sich der Nebel verzogen hatte nahezu 25°C erreichten. Die Ringelblumen produzierten weiterhin eine Blüte nach der anderen und auch die Klematis bildete neue Blüten und Blütenknospen. Die Zwetschgenbäume hatten bereits ihr gesamtes Laub abgeworfen, die Beerensträucher etwa die Hälfte, Haselnuß und Apfelbaum trugen noch fast alle Blätter, die Birke färbte sich bunt. Der Blickfang war eine ungefähr zwei Meter hohe Schmuckkörbchenstaude mit unzähligen farbigen Blüten. Auch die Kapuzinerkresse sah immer noch sehr gut aus, da es noch keinen Frost gab. Zwar sank das Thermometer nachts im Laufe des Monats ab und zu bis knapp vor die 0°-Grenze, doch meistens hatte es nie weniger als 4°C bis 5°C. Die Vormittage waren in der Regel neblig, die Nachmittage sonnig, die Nächte mild. Ohne Übertreibung war dieser Monat ein besonders schöner und äußerst seltener Goldener Oktober!
November: Anfang November setzte sich das schöne spätherbstliche Wetter fort. Nach und nach warfen die Bäume ihr Laub ab, das ich immer wieder bei Gelegenheit zu einem Haufen zusammenrechte. Außerdem waren noch alle Wasserfässer als Folge des verregneten Sommers randvoll und mußten geleert werden. Mitte November änderte sich das Klima. Es wurde merklich kühler, doch die 0°-Grenze wurde erst in der Nacht vom 17. auf den 18. November unterschritten. Am Tag darauf lag Schnee und die Kapuzinerkresse hing am Zaun wie ein alter, ausgeleierter Gummi. Der Schnee blieb für den Rest des Monats liegen. Ab und zu taute er zwar teilweise ab, doch dann schneite es wieder. Die Temperaturen in der zweiten Novemberhälfte bewegten sich meistens im Bereich zwischen +3°C und -9°C. An den kältesten Tagen verließ sogar Felix die Gartenanlage und kam nach Hause.
Dezember: Der Dezember ist für einen passionierten Gärtner ein undankbarer Monat. Es ist nichts los. Mal gibt's Schnee, dann wieder Tauwetter, dann wieder Schnee. Weiter nichts. Ich sitze da, langweile mich und warte auf den Frühling...

Keine Kommentare: