Freitag, 30. September 2005

Garten 2005 - Das 3. Quartal

Juli: Die ersten Juliwochen waren von einem durchwachsenen Wetter mit vielen Gewittern und oft starken Regenfällen geprägt. Die Schnecken vermehrten sich und entwickelten sich zu einer lästigen Plage. Bald gab es kaum noch Pflanzen, die nicht von diesen gefräßigen Schleimern heimgesucht worden waren. Die Paprikapflanzen trugen zwar viele Früchte, die aber allesamt durchlöchert wurden. Auch die Lilienblüten kamen nicht ungeschoren davon. Bis Mitte Juli waren die Erbsen abgeerntet und das Beet geräumt. Auch der Dill war vom Feinsten. Die Hälfte wurde abgeschnitten und eingefroren, den Rest ließ ich ausblühen. Der Koriander wuchs zu einem großen Strauch heran und stand in der Blüte. Ich pflanzte einen Sauerkirschbaum, Endiviensalat und verschiedene Zierpflanzen. Erdbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren mußten geerntet werden. Die Johannisbeersträucher trugen reichlich Früchte und boten eine tagelange Beschäftigung. Die warmen Nächte wurden nach der obligatorischen Schneckenjagd mit einem kühlen Augustiner Lagerbier abgerundet. In der zweiten Julihälfte war das Wetter auch nicht besser. Abgesehen vom 27. bis 29. Juli waren fast immer Wolken am Himmel und viele graue Tage vergingen. Die meisten Pflanzen wuchsen schnell. Mit dem Abernten und Verwerten der Zucchini war kaum noch nachzukommen und Beeren hingen auch noch an den Sträuchern, obwohl schon ziemlich viel gepflückt war. Die große Sonnenblume bildete einen Kopf, der am Ende des Monats aber noch geschlossen war. Am letzten Julitag erntete ich Buschbohnen und die Erste Original Deuringer Andenbeere.
August: Am Anfang des Monats öffnete die Sonnenblume ihren großen Blütenkopf und die ersten Tomaten wurden reif. Ansonsten spielte sich in der ersten Augusthälfte nicht viel Sommerliches ab. Das einzig Beständige am Wetter war die Unbeständigkeit. Tage, an denen die Höchsttemperaturen unter 20°C lagen, waren keine Seltenheit. Nachts sank das Thermometer manchmal sogar bis auf 7°C. Spaß im Garten hatten nur die Schnecken. Auch danach wollte sich das Wetter nicht bessern. Mit etwas Glück erwischte ich einen halbwegs trockenen Tag, um schnell den Rasen zu mähen und die Zwiebeln zu ernten. Anschließend setzte wieder tagelanger, zeitweise sintflutartiger und nie enden wollender Regen ein, der die Gartenanlage stellenweise unter Wasser setzte. In der Stadt und zum Teil auch im Landkreis Augsburg herrschte der Ausnahmezustand. Es wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Viele Straßen und Brücken wurden gesperrt und an einigen Stellen traten die Flüsse über die Ufer. Mein Geburtstag war seit längerem der erste Tag, an dem es nicht regnete. Von da an wurde das Wetter besser. Ende August herrschten wieder sommerliche Temperaturen. Die andauernde Nässe und die vielen Schnecken hatten einigen Pflanzen ganz schön zugesetzt. Trotzdem gab es Vieles zu ernten. Täglich gab es Tomaten, Paprika, Peperoni, Gurken, Zucchini, Karotten oder Bohnen. Ein ganz besonderes Schmankerl war ab und zu eine reife Andenbeere. Die Zierkürbisse hatten viele Früchte gebildet und eine Augenweide waren die blühenden Gladiolen.
September: Es begann mit schönem Spätsommerwetter, bevor abermals eine Regenphase eintrat. Mitte September kühlte es merklich ab und der Herbst kündigte sich an. Auch an sonnigen Tagen erreichte das Thermometer kaum noch die 20°-Marke. Nachts sanken die Werte auf 4° bis 5°. Trotzdem entwickelten sich die Zierkürbisse jetzt gut, die Stangenbohnen hielten sich tapfer, Knollen- und Stangensellerie standen noch auf dem Beet, ebenso Endivien und Karotten. Im Gewächshaus war schon alles außer den Andenbeeren abgestorben. Paprika, Peperoni und Sommerlauch mussten geerntet werden. Ansonsten begann ich bereits, die Beete abzuräumen und auf den Winter vorzubereiten. Allzu viel Zeit blieb jetzt nicht mehr, denn die Tage wurden merklich kürzer. Auch eine Wühlmaus grub sich wieder durch den Garten und ich brachte endlich meine Lebendfalle zum Einsatz. Doch das lästige Tier ließ sich nicht darauf ein, sondern errichtete lediglich einen großen Erdhaufen über der Falle. Zum Glück konnte ich den Wühler mit eingegrabenen Flaschen vertreiben. Die zweite Septemberhälfte brachte herrliches Spätsommerwetter mit Temperaturen bis zu 23°C, auch wenn es Nachts nun immer ziemlich kühl wurde. In der Dämmerung ertönten lautstarke Grillenkonzerte aus dem Grün. Kaum trat die Dunkelheit ein, krochen Igel aus ihren Verstecken und stöberten durch meinen Garten. Ein Igel war ganz schön fett, während der andere, der im vorigen Jahr noch richtig klein war und inzwischen schon ganz schön gewachsen ist, immer noch so aussah, als wäre er eine nagelneue Bürste. Leider ließen sich die Tiere nicht fotografieren, sondern zogen sich, sobald ich sie beleuchtete, scheu im nächsten Gebüsch zurück. Dann konnte ich schmatzende und grunzende Laute vernehmen, die die Igel von sich gaben. Auch Felix, der sich in diesem Jahr zum Gartenkater entwickelte, tauchte meistens erst in der Nacht auf. Wo er sich tagsüber immer aufhielt, blieb mir bislang ein Rätsel, denn obwohl ich oft nach ihm suchte, konnte ich ihn nicht finden. An den Pflanzen war deutlich zu erkennen, dass der Herbst einzog. Die Johannisbeersträucher warfen bereits ihre Blätter ab und vom Haselnußstrauch fielen die ersten Nüsse. Am Zaun blühten nochmals Gladiolen auf, am Rosenbogen bildete die Klematis die letzten Blüten, die Schwertlilien warfen ihre tablettenförmige Saat ins Beet und an den fast drei Meter langen Strängen der Zierkürbisse hingen lustig anzusehende Früchte. Ich erntete die leckeren und duftigen Zuckermelonen und ein kleines Körbchen voll Andenbeeren. Auch eine handvoll reife Tomaten konnte ich noch ernten, einen Eimer Feuerbohnenkerne, Kerbel, Minze und Estragon. Auch eine Freilandgurke und mehrere Zucchini boten sich noch an. In der Nacht zum 30. September ging die Temperatur schon fast gegen 0°C. Nicht mehr lange, dann wird wieder Väterchen Frost einziehen.

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