Sonntag, 3. April 2005

Garten 2005 - Das erste Quartal

Januar: Zum Jahresbeginn lag noch Schnee, der aber bald abschmolz. Bei strahlendem Sonnenschein herrschten am 8. Januar frühlingshafte 11 Grad. Aus dem Boden spitzelten bereits die Triebe der Krokus-, Traubenhyazinthen- und Narzissenzwiebeln. Auch ein Marienkäfer war schon unterwegs. Einige liegen gebliebene Arbeiten wurden noch erledigt. Bei der Pflege der Beete berührte ich versehentlich die winzig kleinen Brennnesseln, die auch schon wuchsen. Dabei verbrannte ich mir die Finger so, dass sich sogar Blasen bildeten. Einige Sträucher wurden etwas ausgelichtet, der Apfelbaum bekam nochmals einen kleinen Rückschnitt, die Fruchtmumien wurden entfernt. Mein Rosmarin schien sich in seinem Winterquartier, dem Gewächshaus, ziemlich wohl zu fühlen, denn er sah gut aus und duftete aromatisch. Schon am 11. Januar öffneten die ersten Schlüsselblumen ihre Kelche. Waldmeister, Haselnuss und Johannisbeeren begannen zu treiben. Auch Lupinen, Bartnelken und Pimpinelle sahen richtig lebendig aus. Es war viel zu warm für diese Jahreszeit und ganz klar, dass es so nicht bleiben wird. Mitte des Monats war es zwar immer noch sonnig, doch die Temperaturen sind auf Werte zwischen 0° und -10° gesunken. Es war trocken und gab keinen Schnee, aber steinhart gefrorenen Boden. Das änderte sich in der Nacht zum 24. Januar, als Deuringen von einer dicken Schneedecke überzogen wurde, die liegen blieb.
Februar: Ein heftiges Gestöber brachte in der Nacht zum 1. Februar sehr viel Pulverschnee. Der Versuch, einen Schneemann zu bauen, scheiterte kläglich. Tags darauf fiel nochmals eine größere Menge der weißen Pracht und kalte, jedoch meist sonnige Tage folgten. Am 9. Februar schnitt ich bei einer Temperatur von +5° die Weinstöcke auf einer Höhe von ungefähr einem Meter ab. Tauwetter setzte ein und am Abend des regnerischen und stürmischen 12. Februar war fast die ganze Schneedecke verschwunden. Das Thermometer kletterte auf annähernd +10° und die Sprößlinge aus den Blumenzwiebeln der Frühjahrsblüher waren wieder zu sehen. Das Leberblümchen bildete eine Knospe, Schnittlauch und Rittersporn trieben mit ihrem saftigen Grün aus der Erde. Nachts gab es ein Gewitter mit Sturm und sintflutartigem Regen. Tags darauf bewegten sich die Temperaturen wieder um 0° und erneut setzten Schneefälle ein. Fortan schneite es fast täglich und die Schneehöhe erreichte gut einen halben Meter. Mehrmals mußte ich Gewächshaus und Tomatendach von der drückenden Last befreien. Einige Mäuse hatten Spuren hinterlassen. Da keine Katze mehr durch den hohen Schnee waten wollte, hatten die Nager ein nahezu gefahrenfreies Leben. Der Februar verabschiedete sich mit einer frostigen Nacht (-20°) und einem sonnigen, aber kalten Tag.
März: Dieser Monat begann mit einem frostigen Rekord: Klirrende Kälte ließ das Thermometer unter -24° absinken. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in der Region Augsburg gab es im März noch nie niedrigere Temperaturen. Am 4. März stellte ich im Schnee eine Mausefalle auf. Tags darauf war sie verschwunden und im Schnee waren nur noch die Spuren einer Katze zu sehen. Nachdem es am 12. März noch einen wilden Schneesturm gab, setzten am 14. März endlich mildere Temperaturen ein. Die Vögel zwitscherten, besetzten die Nistkästen und boten ein aufgeregtes und geschäftiges Treiben. Sollte das endlich ein Zeichen für den kommenden Frühling sein? Am 17. März zeigten sich die ersten Schneeglöckchen. Hyazinthen trieben aus. Einige Krokusblüten waren zwar noch geschlossen, doch ihre leuchtenden Farben waren bereits deutlich zu erkennen. Am 19. März begann es zu regnen und am Tag danach war selbst das letzte Schneehäufchen verschwunden. Immer mehrere Krokusse, Schneeglöckchen, Schlüsselblumen und Primeln verzierten mit ihren bunten Farbtupfern die Beete und den Rasen. Kräftige Triebe der Narzissen, Hyazinthen und Tulpen drängten ans Tageslicht. Am Karfreitag, dem 25. März, pflanzte ich Kopfsalat in den Frühbeetkasten und bereitete ein Beet für Karotten und Zwiebeln vor. Das Leberblümchen hatte inzwischen mehrere Blüten gebildet, Rhabarber und Wein trieben aus. Bereits am Ostersonntag waren die ersten Salatpflänzchen von Schnecken angefressen.

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