Mittwoch, 31. Dezember 2003

Supersommer 2003

Das Gartenjahr 2003 wird mir als eines der schönsten Jahre im Gedächtnis bleiben. Der Winter war kalt und der Frühling trocken, so daß es wenige Schnecken und anderes Ungeziefer gab. Da es im vorigen Jahr sehr viel regnete und alle meine Tomaten am Strauch verfaulten, baute ich im Frühling ein kleines Dach vor mein Gewächshaus, das die Pflanzen vor allzuviel Nässe schützen sollte. Wie überflüssig das war, sollte sich erst im Laufe des Jahres zeigen.
Es war ein sehr schöner Frühling, obwohl ich diesesmal nicht so viele Tulpen und Hyazinthen hatte als gewöhnlich. Doch Krokusse, Traubenhyazinthen, Goldlauch und vor allen Dingen Narzissen entschädigten mich dafür. Sogar meine Nanaminze, die ich im vergangenen Jahr aus Marokko mitgebracht hatte, hat den strengen Winter schadlos überstanden und breitete sich aus. Da ich während der Pfingstferien verreiste und niemanden mit der Pflege meiner Pflanzen überfordern wollte, baute ich viele Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch an. So gab es erstmal nicht sehr viel zu tun.
Nach dem Urlaub aber schoß ein regelrechtes Pflanzenmeer aus dem Boden. Neben meinen üblichen Gewürz- und Gemüsepflanzen hatte ich dieses Jahr viele Blumen angepflanzt. Als der Sommer kam, war es eine wahre Pracht! Es schien, als hätte ich das Wetter aus der Sahara mitgebracht, denn es begann eine Hitzeperiode wie ich sie bei uns noch nie erlebt habe. Ich war froh, daß ich mir im vergangenen Jahr ein Stromaggregat und eine Pumpe zulegte. So konnte ich meinen Garten ohne große Probleme mit ausreichend Wasser versorgen. Es war eine Zeit mit massenhaft Gurken, Zucchini und Tomaten. Ich habe sogar Dattelpalmen gepflanzt, die aber keine Früchte trugen und das Jahr nicht überlebten. Das wäre auch des Guten zuviel gewesen. Wie man auf dem Bild rechts unschwer erkennen kann, waren diese Hundstage sogar für eine Katze sehr strapaziös.
Tagsüber saßen wir im Schatten unserer mächtigen Birke und vertrieben uns die Zeit mit Würfelspielen, abends wurde so manchesmal gegrillt und einige Liter Schwarzbräu Exquisit flossen durch meine Kehle. Im Gewächshaus hatte ich Artischocken angepflanzt, doch als sie erntereif waren wurde meine Neugier immer größer, denn ich wollte sie blühen sehen. Es hat sich wirklich gelohnt, denn von Anfang Juli bis Ende August war die Artischockenblüte ein tägliches Erlebnis.
Ab September näherte sich dann wie in jedem Jahr der Herbst mit Riesenschritten. Wehmütig denke ich dann an Frühling und Sommer zurück und mein absterbendes Pflanzenmeer stimmt mich melancholisch. Doch viel Zeit zu trauern blieb mir nicht, denn einiges mußte noch geerntet werden. Feinste Gewürzauslesen wurden noch sorgfältig getrocknet, um Vorrat für den Winter zu haben. Wal- und Haselnüsse wurden gesammelt und meistens noch an Ort und Stelle geknackt und verzehrt. Danach mussten noch die Büsche und Bäume geschnitten und die Hecke rasiert werden.
Bald schmeckte das Bier am Abend nicht mehr so recht, denn es wurde zu kalt und fror schon fast in der Flasche ein. Altweibersommer und Goldener Oktober gaben nur ein kurzes Gastspiel, doch wir waren dieses Jahr wirklich genug von der Sonne verwöhnt worden. Es begann wieder die Zeit, in der sich mein Gärtnerherz langweilt und dem nächsten Frühling ungeduldig entgegenfiebert. Die Vögel verschwanden und es wurde im Garten ganz still. Nur die Mäuse feierten in der Hütte lustige Feste, die dann immer wieder jäh durch das Zuschnappen der Mausefallen Marke "Supercat" beendet wurden. Dann war wieder Ruhe.
Im Dezember gab's dann noch richtig schönen Schnee, der dazu einlud, einen großen Schneemann zu bauen.

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