Dienstag, 23. August 2016

Peperoni

Die Pflanzen der Gattung „Prairie Fire” wachsen nieder und buschig. Sie werden keine dreißig Zentimeter hoch. Auch die Früchte sind sehr klein. Sie werden rot gepflückt, den ganzen Sommer über geerntet und erreichen lediglich eine Länge von etwa eineinhalb Zentimetern. Mehr braucht es auch nicht. Die Minichilis sind extrem scharf.
Ganz anders diese Art, die zwar ebenfalls knallig rot gepflückt wird, deren Büsche aber wesentlich höher und deren Schoten wesentlich länger und dicker sind. Während jedoch „Prairie Fire” mit fünfzig- bis hunderttausend Scovillegrad auf der Schärfeskala 9 erreicht, sind diese Schoten sehr mild und schmecken fast wie Gemüsepaprika.

Montag, 22. August 2016

Lammragout mit Curry

Der Megakoch hat ein weiteres Rezept seiner mittlerweile ziemlich reichhaltigen Sammlung zugefügt. Es besticht durch seine einfache Zubereitung und seinen raffinierten Geschmack. Erfunden hat es die Köchin Mira Maurer aus Baden-Württemberg. Das Essen erinnert jedoch eher an die asiatische als an die schwäbische Küche. Das A und O ist die Auswahl der richtigen Currypaste. Wer es sehr scharf mag, nimmt eine grüne, die bis zur Hälfte aus thailändischen Chili besteht. Die rote ist nicht ganz so scharf, treibt den meisten aber trotzdem noch den Schweiß auf die Stirn. Meist tut es auch eine gelbe, die aus Zitronengras, Salz, Chili, Schalotten, Kurkuma, Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel, Zimt, Nelken und Sternanis hergestellt wird. 

Dienstag, 16. August 2016

Sechzig Stunden

Rein in die Karre und ab in die Berge. Wer es von Deuringen nach Bad Reichenhall trotz Stau und streckenweise zähflüssigem Verkehr in zweieinhalb Stunden schafft, hat Glück gehabt. Das Domizil liegt in der Fußgängerzone direkt neben dem Kurpark. In der Garage kann man sein Fahrzeug im Erdboden verschwinden und wieder auftauchen lassen. Der Thumsee liegt etwas außerhalb. Idyllisch zwischen den Bergen eingebettet bietet das Erholungsgebiet klares Wasser, frische Luft und urwüchsige Natur. Eine Umrundung befreit. In Bad Reichenhall ist der Kurpark länger geöffnet als sonst. Er sieht Nachts etwas anders aus als tagsüber. Im Gradierhaus tröpfelt Salzwasser von der mit Schlehenzweigen versehenen Wand. In der unweit gelegenen Pizzeria Dolce Vita verführen Tortellini mit Gorgonzola und Spinat zur Einkehr. Dazu schmeckt das bayerische Bier in Person aus der hiesigen privaten Alpen-Brauerei.
Die Jennerbahn gondelt in gut zwanzig Minuten hinauf auf eine Höhe von 1800 Metern. Die restlichen 74 Meter bis zum Gipfel muss man schon selbst hochklettern. Von dort aus bietet sich ein atemberaubender Blick hinab zum Königssee und die umliegenden Berge, ein Gebirgspanorama wie aus dem Bilderbuch. An der Bergstation schmecken zum Radler Rahmschwammerl mit Semmelknödel. Beim Begehen der zum Teil ziemlich steilen Wanderwege sind die Kalorien schnell wieder aufgebraucht. Da kann man sich ruhig noch eine Riesenkugel aus leckerer Eiskreme gönnen. Gleitschirmflieger schwingen sich in die Lüfte und Alpendohlen betteln nach Futter. Am Königssee herrscht in den Cafes, Gastsätten, Hotels und vor allen Dingen an den Schiffsanlegestellen reger Betrieb. Ein kleiner Spaziergang hinunter zur Ache und über die Seeklause auf die andere Seite vermittelt interessante Einblicke in die wildromantische Landschaft dieser Gegend. Die Sonne geht langsam unter. Während der Hafen noch hell erleuchtet ist, liegt der Malerwinkel schon im Schatten. Oberhalb einer Steilwand steht das berühmt-berüchtigte Kehlsteinhaus. Nach solch einem Tag nimmt man ein Paar Plattfüße und einen anständigen Sonnenbrand als Andenken mit nach Hause.
Die Bad Reichenhaller Philharmoniker geben vormittags zum Feiertag eine Matinèe. Das Konzertvergnügen findet im Kurpark auf einer Art Freilichtbühne statt. Die versierten Musiker mit ihrem engagierten Dirigenten geben unter anderem Werke von Puccini, Brahms und Mozart zum Besten. Das nicht allzu zahlreich erschienene Publikum dankt mit Applaus. Das Kloster Sankt Zeno mit seiner langen Geschichte verfügt über ein weites Gelände mit mehreren Gebäuden. Besonders interessant ist das Münster, dessen Geschichte mehr als eintausend Jahre zurück reicht. Immer einen Besuch wert ist der umliegende, nicht ganz alltäglich angelegte Friedhof. Was im tiefsten Oberbayern kaum erwartet wird, ist der Wieninger Schwabenbräu in der Salzburger Straße. Das urig eingerichtete Wirtshaus mit Biergarten ist wirklich eine Schau. Auf der Karte stehen rustikale Schmankerl aus der einheimischen Küche. Der Lammbraten in Rosmarinsoße mit Kartoffeln und Speckbohnen ist eine Wucht. Danach hilft ein starker Espresso, damit der Rückweg nicht zu lange wird.
>> Fotos

Samstag, 13. August 2016

A Bräzg

Es gibt Ähnlichkeiten zur bayerischen Brezn. Mehr nicht. Das Laugengebäck wurde auch nicht in Bayern erfunden, sondern in Schwaben. Einer Legende nach exakt in Bad Urach, das in der Gegend zwischen Ulm und Tübingen liegt. Während die Ärmchen der bayerischen Brezn fast so dick sind wie ihr Bauch, sind sie beim schwäbischen Original dünner und liegen etwas tiefer. Der Bogen, der durch einen Schnitt versehen beim Backen zu einem klar gekennzeichneten Ausbund führt, ist dicker und weiter - eine ideale Mixtur aus weichem Brot und knusprigem Knabbergebäck. Der Schwabe nennt eine Brezn auch nicht Breze oder Brezel, sondern a Bräzg.