Sonntag, 26. März 2017

Das Gersthofer Loch

Im Stadtzentrum von Gersthofen befindet sich eine große Baugrube, die in der Umgebung einen relativ hohen Bekanntheitsgrad erlangte, das sogenannte „Gersthofer Loch”. Das „Denkmal” ist ein Sinnbild für Machenschaften von Immobilienspekulanten, Kommunalpolitikern und Interessenvertretungen. Es prägt seit über fünf Jahren den Stadtkern der bayerisch-schwäbischen Ortschaft am Lech. Einst sollte hier ein überdimensioniertes Einkaufszentrum in die Höhe gezogen werden, doch es kam nie dazu. Nach zahllosen Auseinandersetzungen, Rechtsstreitigkeiten, hitzigen Wortgefechten, etlichen Gutachten und einem Bürgerentscheid soll nun ein Konsumtempel in abgespeckter Form errichtet werden. Die Geldmaschine muss laufen, egal wie. Bis das Bauwerk fertiggestellt sein wird, werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen. Zuerst muss - so wurde beschlossen - eine kleine, fast einhundert Jahre alte Villa, an der sich immer wieder die Geister scheiden, abgerissen werden. An deren Stelle soll die neue Mitte entstehen. Den Kern der Stadt wird dann ein Kubus markieren: Der „Goldene Kulturwürfel”.

Samstag, 18. März 2017

Märzen

Um zu verstehen, warum dieses Bier Märzen genannt wird, muss man schon ein paar Jahrhunderte zurück blicken. Fast fünfzig Dekaden sind vergangen, seit beim Sieden von Bier immer wieder Brände entfacht wurden und so die Brauerei zwischen dem Georgistag am 24. April und Michaeli am 29. September eingestellt werden musste. Es war zu gefährlich. Da man aber auch damals schon gerade im Sommer ein kühles Bier zu schätzen wusste, musste man sich etwas einfallen lassen, begann dann im März besonders lagerfähiges Bier zu brauen, lagerte es mit Eis in den Kellern ein und pflanzte Schatten spendende Kastanien darüber. So war der Bedarf bis in den Herbst hinein gedeckt. Das ging so lange, bis im Zuge der Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts Vieles anders wurde. Biergärten gibt es trotzdem immer noch und Märzen auch. Diese Art von Bier ist zwar heutzutage jahrein jahraus fast überall erhältlich, doch weil gerade März ist, hat Nervenruh zwei davon getestet: Das historische Märzen von Mönchshof und das Unterbaarer Weihnachtsmärzen. Prost!

Mittwoch, 15. März 2017

Bonito

Bonito ist ein Wort aus dem Spanischen, das soviel wie gut oder schön bedeutet. Als Bonito wird aber auch ein Fisch bezeichnet, der ebenfalls Pelamide, Skipjack, Katsuo oder Palamut genannt wird. Er wird meist im Atlantischen Ozean gefangen, im Herbst auch am Bosporus, durch den er vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer schwimmt. Er ist in unseren Geschäften eher selten anzutreffen. Sein Fleisch ist ähnlich fest wie das von Thunfischen, es ist aber deutlich weniger fett. Rezepte zur Zubereitung des schmackhaften Speisefisches gibt es viele. Hier sind zwei Beispiele: 
>> Rezept 
>> Rezept

Sonntag, 12. März 2017

Vorboten des Frühlings

Der Winter neigt sich dem Ende zu. Kaum kommen die ersten warmen Sonnenstrahlen bis zum Boden, öffnen die ersten Frühlingsblüher ihre Knospen und erfreuen uns mit ihren leuchtend farbigen Blütenblättern. Die Arbeit im Garten ist erstmal anstrengend. Nervenruh hat während der kalten Jahreszeit Rost angesetzt.

Freitag, 10. März 2017

Beim Alten Wirt

Geltendorf liegt im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Inmitten des Ortes steht das denkmalgeschützte Gasthaus „Alter Wirt”. Der zweigeschossige Satteldachbau in der Moorenweiser Straße hat eine Geschichte, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Seit langer Zeit betreibt der Pächter Ivo Opacak die Wirtschaft. Er bietet seinen Gästen bodenständige Speisen, gut bürgerliches Essen und Gerichte aus der kroatischen Küche. Eine Reservierung empfiehlt sich. Das Lokal ist sehr beliebt. Die Stube und der Nebenraum sind oft bis auf den letzten Platz besetzt.
Wenn der Magen knurrt, kann ein warmes Süppchen eine wahre Wohltat sein. Der Alte Wirt hat mehrere davon. Verschiedene Sorten stehen zur Auswahl. Meist sind es bayerische Varianten schwäbischer Originale. Verschiedene Arten von Spätzlesuppen, Pfannenkuchensuppe oder die berühmte zur Hochzeit stehen zur Auswahl. Man kann aber auch eine Zwiebelsuppe essen, die weder bodenständig noch kroatisch daherkommt, sondern eher französisch mit Weißbrot und Käse.
Die Speisekarte offeriert ein Schlaraffenland für Fleischesser. Es gibt Klassiker aus der Pfanne wie zum Beispiel Schnitzel mit Pommes, verschiedene Steaks, Zwiebelrostbraten oder - und das ist nicht selbstverständlich in einem oberbayerischen Wirtshaus - einen Schwabenteller bestehend aus Schweinefilet in Pilzrahmsoße mit Käsespätzle und Salat. Die Heimat des Pächters spiegelt sich in der Speisekarte wider. Unter der Rubrik „Grillspezialitäten” finden sich rusikale Gerichte mit Djuwetschreis, auf Spieße aufgesteckte Fleischfetzen, riesige Grillteller, mit Schafskäse gefüllte Hacksteaks, Cevapcici oder Pola-Pola.
Für diejenigen, denen nicht nach Fleisch ist, empfiehlt sich ein Blick in die Fischkarte. Dort treffen sich heimische Zander oder Saiblinge zu Spinat- oder Petersilienkartoffeln mit Tintenfischen in Kräutermarinade. Das gegrillte Lachsfilet mit Brokkoli, das offensichtlich nicht immer im Angebot ist, sieht einladend aus. Zu den gegrillten Riesengarnelenschwänzen muss man beim alten Wirt Scampi sagen. Dann serviert er sie auf Butterreis.
Zu allen Hauptspeisen wird ein frisch angemachter, gemischter Salat gereicht. Wer weder Fleisch noch Fisch will, hat es nicht leicht. Keines der Hauptgerichte will auf das eine oder andere verzichten. Unter der Rubrik „Empfehlungen zu den Brotzeiten” wird der belesene Sucher dann doch noch fündig. Es gibt Allgäuer Käsespätzle mit Röstzwiebeln und Salat.
Die Auswahl an Nachspeisen ist übersichtlich. Es gibt verschiedene Kreationen mit Eis, darunter solche mit Bezeichnungen wie Sanfter Engel, Nussknacker oder gar Coup Dänemark und selbstverständlich Bananen Split. Die Spezialität des Hauses scheint Palatschinken zu sein, ein Pendant zum Pfannenkuchen, jedoch viel dünner und feiner als bei uns üblich. Auch nicht schlecht: Ein Topfenrahmstrudel mit Früchten und Vanilleeis.