Montag, 18. September 2017

Der Sommer geht

Ein untrügliches Zeichen, dass uns der Sommer verlässt und der Herbst ins Land zieht, ist die Blüte der Gelenkblume. Die Zeit, als jeder unter der Hitze stöhnte ist erstmal vorbei. Stundenlange Schweißausbrüche durch bloßes Nichtstun im kurzen, dünnen Hemd werden uns die nächsten Monate nicht mehr begleiten. Selbst an einem sonnigen Tag wie heute will die Quecksilbersäule des Thermometers nicht mehr über die 18-Grad-Marke klettern. Die kühlen Nächte haben bereits deutliche Spuren in der Pflanzenwelt hinterlassen. Einige der Gewächse haben ihren Dienst kurzerhand quittiert. Bereits um Acht wird es dunkel.
In den süßen, kleinen Cocktailtomaten steckt noch das Licht und die Wärme des Sommers, in den knallgelben Chilischoten das Feuer der Sonne.

Sonntag, 10. September 2017

Thailändisch im Baitong

Wer in Augsburg authentische thailändische Küche genießen möchte, kommt um das Baitong nicht herum. Hier schmeckt alles noch original. Das Restaurant befindet sich in einem eher unscheinbaren Flachbau im Süden Augsburgs. Die Inhaberin und Betreiberin Sukanya Weissenbrunner lebt seit 1999 in Deutschland und eröffnete das Lokal im Sommer 2013. Zuvor hatte sie schon viele Gerichte von ihrer Mutter in Khon Kaen, einem Ort im Nordosten Thailands, gelernt. Nach dem Abitur arbeitete sie als Kindergärtnerin, betrieb eine Garküche an einer Schule und gab regelmäßig Kochparties. Die Schärfe der Gerichte wurde etwas europäisiert, auf Wunsch gibt es aber auch extra Chili. Baitong bedeutet übersetzt „Bananenblatt”.
Die Getränkekarte ist weniger exotisch. Natürlich gibt es verschiedene Sorten Tee. Neben allerlei Säften und Saftschorle stehen Weine aus Österreich und Italien auf der Karte, zum Ausschank kommt hauptsächlich das Bier von Hacker-Pschorr, es werden aber auch thailändische Biere angeboten. Zum einen ist das das „Chang Classic”, zum anderen das „Singha Lager Beer”, das von der Schlossbrauerei Au-Hallertau nach der Originalrezeptur der in Bangkok beheimateten Singha Corporation gebraut und abgefüllt wird.
Die interessante Menükarte ist übersichtlich gestaltet und bietet ein reichhaltiges Angebot an echten thailändischen Speisen. Als Vorspeise eignet sich zum Beispiel einer der exotischen Salate, eine Kleinigkeit aus der Rubrik Fingerfood oder eine der Suppenkreationen, die ganze zwei Seiten auf der Karte einnehmen. Oben abgebildet „Tom Ka Gai”, eine milde Hühnersuppe mit Kokosmilch, Champignons, Tomaten, Zwiebeln, Galgant, Zitronengras, Kaffir-Limettenblättern und Thai-Koriander.
Hier zwei weitere Suppen: Links „Tom Yam Gai”, eine scharfe Hühnersuppe mit Thai-Chilipaste, Champignons, Tomaten, Zwiebeln, Galgant, Zitronengras, Kaffir-Limettenblättern, Thai-Koriander und Chili. Rechts daneben „Tom Ka Tale”, eine Suppe aus Meeresfrüchten mit Kokosmilch, Champignons, Tomaten, Zwiebeln, Galgant, Zitronengras, Kaffir-Limettenblättern und Thai-Koriander.
Richtig spannend wird es beim Hauptgericht. Die Karte ist unterteilt in die verschiedenen Fleischsorten, Fische und Meeresfrüchte, vegetarisches oder Tofu. Oben abgebildet sind zwei Gerichte mit Entenfleisch. Links das „Ped Pad Prig Nomai”, eine leicht scharfe, knusprig gebratene Ente mit Tamarinde, Zwiebeln, Knoblauch, Thai-Basilikum, Paprika und Chili, rechts „Gäng Ped Ped Yang”, die knusprige Ente auf rotem Thai-Curry mit Ananas, Kokosmilch, Zucchini, Aubergine, Bohnen, Bambus, Karotten, Erbsen, Tomaten, Paprika und Thai-Basilikum.
Links „Pla Mük Gratiam Prig Thai”, ein pikant gebratener Tintenfisch mit Knoblauch, Pfeffer, Champignons, Chinakohl, Zucchini und Sesam. Rechts „Gäng Kiao Wan Tao Hu”, ein grünes Tofu-Curry mit Kokosmilch, Zucchini, Auberginen, Bohnen, Bambus, Thai-Basilikum und Paprika. Man sieht, es geht auch ohne Fleisch.
Als Desserts werden sechs leckere Kreationen offeriert. Das Angebot reicht von gebackenen Bananen mit Sesam, Kokosflocken und Honig bis zur Früchteschale mit verschiedenen Eissorten. Oben links abgebildet das optisch ansprechende „Kao Niao Mamuang”, ein gedämpfter Klebreis mit Kokosmilch, Mango und Erdnüssen. Rechts eine Creme aus Mango-Püree mit Kokosmilch, Mascarpone und Quark, garniert mit gebackenen Mandeln, obendrauf eine Physalis. 
Fazit: Wer in Augsburg thailändisch essen will, dem sei das Baitong ans Herz gelegt. Die fröhliche und zuvorkommende Art der freundlichen Bedienung, die ansprechende Einrichtung und vor allem das gute Essen überzeugen auf ganzer Linie. Die Preise sind eher im mittleren Segment angesiedelt, die Qualität ist hoch. Ein Besuch im Baitong wird keinen enttäuschen. Eine vorherige Reservierung ist zu empfehlen.

Montag, 28. August 2017

Jägerhaus Bergheim

Wer die Wellenburger Allee stadtauswärts mit der Bergheimer Straße verwechselt, stößt unweigerlich auf das Jägerhaus. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn: Ein urgemütlicher Biergarten mit schattenspendenden Kastanien, ruhiger Atmosphäre und regionaler Küche vom Feinsten. Die Zeit bleibt stehen. Durstlöschend und süffig ist das dunkle Radler mit dem würzigen Bier aus der Klosterbrauerei Scheyern.
Einige Beispiele aus dem Angebot: Oben links der Schweinsbraten. Ihn gibt es im Jägerhaus in vier Varianten. Hier abgebildet der mit Pilzen und Spätzle. Sehr zart und deftig. Rechts daneben das Welsfilet. Auch heimische Fische werden im Jägerhaus angeboten. Außer Wels steht Forelle und Zander auf der Speisekarte. Mit Gemüse, einer herzhaften Kräutersoße und Kartoffeln. Links unten der eingelegte Pressack. Kräftig, aromatisch und rustikal. Manche lieben ihn mit Pfeffer. Der Streuer steht auf dem Tisch. Rechts unten die Kässpatzen. Original schwäbisch, bodenständig, ehrlich und echt. Natürlich mit Salat.
Absolut empfehlenswert um diese Jahreszeit sind die Pfifferlinge in Rahmsoße mit Semmelknödel. Die Pilze sind bissfest, die Soße präsentiert sich mit der richtigen Konsistenz und der Semmelknödel besticht mit einem ganz feinen Hauch Muskat. Genau so soll es sein. Ein Traum!

Freitag, 25. August 2017

Highline 179

Die „highline 179” hängt südlich von Reutte im österreichischen Tirol. Sie ist die längste Fußgängerhängebrücke der Welt. Mit ihren 406 Metern verbindet sie die Burgruine Ehrenberg mit dem gegenüberliegenden Fort Claudia. Nur schwindelfreie Wanderer legen den Weg auf der bis zu knapp 115 Meter hohen Stahlkonstruktion zurück. Sie schaukelt, schwebt und ist zudem noch transparent, spektakulär auch durch die nahezu durchsichtigen Gitterroste am Boden. In schwindelerregender Höhe kreuzt sie die Fernpassstraße B179, die Namensgeberin ist. Die imposante Seilhängebrücke wurde als „The longest Tibet-style footbridge” ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen.
Die Burg Ehrenberg liegt in 1100 Metern Höhe und ist Mittelpunkt eines der bedeutendsten Festungsensembles Mitteleuropas. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf einem felsigen Hügel angelegt. Der unregelmäßige Verlauf der Ringmauer passt sich an das Bergplateau an. Die Burg ist durch lange Schenkelmauern mit der Klause am Katzenberg und der Festung auf dem Schlosskopf verbunden. Einst war Ehrenberg eine mächtige Verteidigungsanlage, Verwaltungssitz und Zollstation, doch gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie aufgegeben und verfiel. Mittlerweile trafen Idealisten Maßnahmen zum Erhalt der Ruine. Der Verfall des riesigen Festungsensembles wurde gestoppt.
Gegenüber der Seilhängebrücke befindet sich eine Aussichtsplattform. Nur wenige Minuten davon entfernt stößt der Wanderer auf das Fort Claudia. Die Hochschanz war früher Teil des Sperrfestungssystems um die Burg Ehrenberg. 1703 wurde das Fort von den Bayern eingenommen, die von hier aus die Besetzung von Ehrenberg einleiteten. Später wurde die alte Festungsanlage aufgegeben, doch noch im 19. Jahrhundert war sie bewohnt. Die Reste des Baues wurden gesichert und teilweise rekonstruiert. Das Gefühl zwischen den alten Mauern und der befreiende Ausblick über die Naturparkregion machen das Fort Claudia zum lohnenswerten Ausflugsziel. 
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Mittwoch, 23. August 2017

August

Die Walnüsse fallen schon von den Bäumen, die Kastanien werden bald folgen. Der Garten spendet Gurken, Zucchini, Tomaten und Peperoni im Überfluss, dazu noch anderes Gemüse, Kräuter und Blumen. Sobald die Nachtkerzen aufgehen, kehrt Ruhe ein. Dann dreht der Igel seine Runde und die Grillen zirpen.
Die Schnecken kümmern sich ungeniert um ihre Nachkommenschaft.