Sonntag, 29. November 2009

Zur Feier des Tages...


...spielt Nervenruh ein Rondo von Klaus Schindler.

Samstag, 28. November 2009

Bertolt Brecht

Am 10. Februar 1898 wurde der weltbekannte Schriftsteller Auf dem Rain 7 in der Augsburger Altstadt geboren. Erst 1985 wurde dort eine Gedenkstätte zu Ehren des Dichters eingerichtet. Bert Brecht war lange Zeit in seiner Heimatstadt genauso unbeliebt wie im ganzen Land. Es war, als müßte man sich des seinerzeit schwer einzuordnenten Künstlers schämen. Kurz nach seinem Tod verglich ihn der damalige Außenminister Heinrich von Brentano mit dem Zuhälter und Nazimusiker Horst Wessel. Der spätere Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger bezeichente ihn 1962 als missratenen Sohn Augsburgs. Seine eigene Vergangenheit hüllte er in dabei in den Mantel des Schweigens.
„Das beste an Augsburg ist der Zug nach München“, soll Brecht einmal gesagt haben, was ihn auch nicht gerade beliebter machte.
Doch mittlerweile hat sich Einiges geändert. Die Augsburger haben ihren Bertolt wieder entdeckt, haben ihn kennen und lieben gelernt. Zum 100. Geburtstag Brechts im Jahr 1998 wurde sein Geburtshaus, die Gedenkstätte, aufwändig neugestaltet, erweitert und in „Brechthaus“ umbenannt. Inzwischen gibt es in Augsburg eine Bert-Brecht-Straße, die Bert-Brecht-Realschule, Brecht-Literaturfestivals, eine Brecht-Forschungsstätte mit einem hauptamtlichen Literaturwissenschaftler und einen mit 15.000 € dotierten Bert-Brecht-Preis, der alle drei Jahre vergeben wird. Führungen durch die Stadt auf den Spuren Brechts werden angeboten, in verschiedenen Metzgereien ist Brecht-Wurst erhältlich, in Tabakläden warten Brecht-Zigarren zum Preis von je 2 € auf ihre Käufer und in den Souvenirgeschäften können Brecht-T-Shirts erworben werden. Das hätte sich der Dramatiker, Lyriker und Begründer des epischen Theaters wohl nicht träumen lassen, als er 1918 - womöglich nach einem Besuch in der Lechklause - sein Gedicht „Serenade“ niederschrieb.

Jetzt wachen nur mehr Mond und Katz
Die Menschen alle schlafen schon
Da trottet übern Rathausplatz
Bert Brecht mit seinem Lampion

Wenn schon der junge Mai erwacht
Die Blüten sprossen für und für
Dann taumelt trunken durch die Nacht
Bert Brecht mit seinem Klampfentier

Und wenn ihr einst in Frieden ruht
Beseligt ganz vom Himmelslohn
Dann stolpert durch die Höllenglut
Bert Brecht mit seinem Lampion

Freitag, 27. November 2009

Naturmuseum Augsburg

Das Naturmuseum in Augsburg wurde 1991 als Nachfolger des städtischen Museums zur Naturkunde in der Ludwigstraße eröffnet. Über mehrere Stockwerke verteilt werden Ausstellungsstücke zu den Bereichen Zoologie, Botanik, Paläontologie, Mineralogie und Geologie gezeigt. Den Schwerpunkt bildet dabei die sogenannte „Molasse“, eine Bodenschicht, die den Untergrund eines großen Teils von Süddeutschland bildet. Das Museum ist bundesweit das einzige, das sich auf diesen Bereich spezialisiert hat.
Die ansprechend und modern präsentierten Exponate werden durch Schau- und Übersichtstafeln, ergänzende Texte sowie Videopräsentationen anschaulich und leicht verständlich dargestellt. Es wimmelt nur so vor ausgestopften Tieren, Schmetterlings- und Käfersammlungen, Knochenfunden, Versteinerungen und Kristallen. Jede Farbe, jedes Muster, jede erdenkliche Form hält die Natur längst parat. Nichts ist neu.
Egal, ob jung oder alt: Wer sich etwa zweieinhalb Stunden Zeit nimmt, erlebt für einen ziemlich günstigen Eintrittspreis das Wunder der Natur, lernt aus Begeisterung und staunt über die Vielfalt der Erde, des Lebens und der Materie. Ein Besuch im Naturmuseum Augsburg lohnt sich auf jeden Fall.

Sonntag, 22. November 2009

Goldener Herbst

Im Oktober, der eigentlich „der Goldene“ hätte sein sollen, hatte uns Petrus ganz schön im Stich gelassen. Als jeder auf die letzten sonnigen Herbsttage eingestellt war, präsentierte er eisige Minustemperaturen, nasskaltes Schmuddelwetter und sogar die ersten Schneefälle. Doch jetzt, im November, hat sich der Wettergott wieder mit uns versöhnt. Durch den Föhn am Alpenrand steigen zur Zeit die Tagestemperaturen auf Werte um 13°C, nachts bleibt die Quecksilbersäule des Thermometers knapp über der 0°-Marke stehen.
Wohin ich auch gehe - ein langer Schatten begleitet mich auf Schritt und Tritt.
Es ist eine wunderbare Zeit, die wie geschaffen ist für ausgedehnte Wanderungen durch unsere herrliche Gegend. Wer sich die Sonne ins Gesicht scheinen lässt und mit offenen Augen über die Wiesen und Felder streift, der wird so manche Beobachtung machen und beindruckende Ausblicke erleben. Die unfassbare Größe der Welt, die angenehme Stille im leicht säuselnden, lauen Wind, die perfekte Ästhetik, die sich in den Landschaften zeigt, dieses Einzigartige und Unnachahmliche - es lässt sich kaum beschreiben. Die bewachsenen Hügel sehen aus wie ein riesiges, geniales Gemälde mit all seinen Formen und Farben. Die unbändige Kraft der Natur, die sich trotz aller Schändungen nicht unterkriegen lässt, gibt Stärke und Mut. Alle Ärgernisse, Probleme und Lasten des Alltags rücken ganz weit in den Hintergrund und werden nichtig und klein. Das ist Freiheit und Glück.
Im Garten denkt wohl so manches Gewächs, der Frühling sei schon da. Lustige Gänseblümchen und verschiedene andere Blumen öffnen ihre Blüten. Gemüse und Kräuter wachsen. Aber es ist ruhig geworden. Die vielen zwitschernden Singvögel haben uns verlassen, das fidele Gartenorchester ist längst abgezogen. Ab und zu klopft der Specht an einen Baum. Eine Krähe krächzt heiser, als hätte sie Halsschmerzen. Doch keine Hummel brummt, keine Biene summt. Nichtmal eine einzige kleine Mücke will an mein Blut. Dafür plündern Mäuse das für frostige Zeiten bereits bereitgestellte Vogelfutter.